Josef Čapek

Autor

(* 1887 in Hronov, Österreich-Ungarn | † 1945 im KZ Bergen-Belsen)

Josef Čapek war ein tschechischer Maler, Zeichner, Graphiker, Buchillustrator, Fotograf, Bühnenbildner und Schriftsteller.

1911 gehört er zu den Mitbegründern der „Skupina výtvarných umělců“ (Gruppe Bildender Künstler) und gibt die Kunstzeitschrift „Umělecký měsíčník“ (Monatsschrift für Kunst) heraus. 1918 versucht er in der Gruppe „Tvrdošíjní“ (Die Hartnäckigen), dem Bedeutungsverlust des Kubismus nach dem Ersten Weltkrieg entgegenzuwirken.

Seit 1921 gehörten Karl und Josef Čapek der Redaktion der Tageszeitung Lidové noviny an. In der zweiten Hälfte der 1920er Jahre war Josef Čapek Teilnehmer an den Treffen der informellen Stammtischgruppe Prager Intellektueller Pátečníci.[7] In den 30er Jahren veröffentlichte er zahlreiche Karikaturen, die vor der von Deutschland ausgehenden Kriegsgefahr warnten und die Propaganda des Nationalsozialismus entlarven sollten. Zusammen mit Karel Čapek veröffentlichte Josef auch weiterhin literarische Texte, insbesondere Schauspiele und Erzählungen.

Für seinen Roman „Im Schatten des Farnkrauts“ erhält er 1931 den Literaturpreis der ČSR.

Am 1. September 1939 wird Josef Čapek von der Gestapo verhaftet. Nach einer Woche im Zuchthaus wird er nach Dachau überstellt, von dort nach Buchenwald und im Juni 1942 nach Sachsenhausen. Am 25. Februar1945 kommt er mit einem Transport nach Bergen-Belsen, wo er in den ersten Apriltagen an Typhus stirbt.
Foto: © Gemeinfrei