Die Geschichte über dieses „Herrl“ ist eine tiefgehende psychologische Aufarbeitung der österreichischen Seele.
Das Herrl ist frustriert vom Leben. Nur seine Mädi enttäuscht ihn nicht. Ein ehemaliger Greißler bespricht in einem Monolog seine Ängste und Enttäuschungen mit der einzigen Frau, die ihn wirklich versteht: seiner Hundedame.
ausführliche Beschreibung
In einem typischen „Beserlpark“ räsoniert der ehemalige Greisler Dvorak im Beisein seines ihm treuergebenen Hundes über das Leben und die Frauen. Der Mann klagt über die Ungerechtigkeiten, die ihm von der Gesellschaft und seinen Mitmenschen, insbesondere von den „Menschenmädis“ angetan wurden. Als einziges Bezugsobjekt ist ihm seine Hündin, „das Weibi“, geblieben. In ihr hat er eine Ersatzpartnerin gefunden und ist glücklich, dass sein Weibi so ist wie ein Mensch, aber eben als Hund. Die Situation kippt, als der Mann seine letzte Frau Helga in das Weibi projiziert, die Hündin als seine Geliebte wahrnimmt und erwartet, dass sie seiner Wunschvorstellung von einer Frau
entspricht. Aber auch dieses weibliche Wesen enttäuscht ihn!

Constanze Dennig zielt auf die Fehlinterpretation sozialer Kontakte in unserer Gesellschaft. Die Ängste und die soziale Vorgeschichte des Mannes bestimmen dessen Handeln, ein objektives Verhalten scheint nicht möglich. Die Frustration über erlebtes oder auch nur eingebildetes Unrecht zwingt ihn in die innere Emigration, aus der es kein Entrinnen gibt.
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1 Stimme
Monolog, Schauspiel
UA: 2004, Literaturhaus Graz