Geliebstes Eierschalenkind

Lithokelyphopädion

Constanze Dennig

Geliebtes Eierschalenkind beschäftigt sich mit einem seltenen medizinischen Phänomen, dem „Steinkind“.
Geliebtes Eierschalenkind ist die Geschichte einer ganz anderen - einer verstörten Mutter. Diese, genannt "Schwarze Mutter", blendet den Tod ihres im Mutterleib mit 8 Monaten gestorbenen und versteinerten "Sohnes" aus und behandelt ihn noch als lebendig, als er 20 Jahre später herausoperiert werden muss. Das Eierschalenkind fordert einen lebendigen Ersatz für sich.
ausführliche Beschreibung
Frau Schwarz wird ein vor Jahren abgestorbener Fötus, der sich in der Bauchhöhle in einer Kalkschale abgekapselt hat, operativ entfernt. Die Frau, deren Kinderwunsch seit der unglücklichen Schwangerschaft unerfüllt blieb, nimmt das „Lithopaedion“ mit nach Hause und schlüpft in eine absonderliche Mutterrolle. Der versteinerte Sohn entwickelt in kürzester Zeit Eigenleben, beginnt zu sprechen, nennt sich Xaver und wächst Frau Schwarz mit seinem egoistischen Gebaren über den Kopf.

Das Ehepaar kidnappt - den Befehlen des „Lithos“ folgend - Manuel, den neugeborenen Sohn des Ehepaares Weiß. Xaver, der in der Öffentlichkeit bald als naturwissenschaftliche Sensation des Jahrtausends gilt, führt das verzweifelte Elternpaar des entführten Kindes mit seinen hellseherischen Fähigkeiten auf falsche Fährten. Nach einer wilden Verfolgungsjagd stirbt das „Litho“ mit der „Schwarzen Mutter„ im Kugelhagel der Polizei. Herr Schwarz gibt das Kind, dessen leiblicher Vater er in Wirklichkeit ist, dem entfremdeten Ehepaar Weiß zurück.
2D 5H
1 Dek.
Schauspiel
UA: 16.10.2008, Theater am Lend, Graz