Dreißig Gramm Silber

Susanne Falk

Eine Geschichte von sexuellem Missbrauch, Gewalt an Körper und Seele und Verdrängung.
Peter kehrt als Erwachsener in das Dorf seiner Kindheit zurück. Er trifft nach vielen Jahren Karl, für den er immer noch mehr als ein Jugendfreund ist. Peter und Karl haben ein Geheimnis, das sie seit ihrer Jugend verbindet. Für den damaligen Mord an dem Russenkind Iwan ging Peters gewalttätiger Stiefvater ins Gefängnis. Doch war er wirklich der Mörder?
ausführliche Beschreibung
Peter keine schönen Erinnerungen an das armselige Elternhaus, in dem er mit seiner Mutter und dem gewalttätigen Stiefvater Egon
aufgewachsen ist. Sein leiblicher Vater war fortgegangen, Peter hat ihn nie mehr gesehen. Peter war ein stilles Kind, von Egon sexuell missbraucht. Heute ist Peter Arzt. Er hat eine Frau und eine Tochter.

Er kommt zum Begräbnis seiner Mutter, die nie eine richtige Mutter für ihn war. Peter trifft Karl, seinen damaligen Freund. Peter und Karl hatten als Jungen eine zaghafte Liebesgeschichte. Für Karl hat diese Liebe nie geendet. Seit zwanzig Jahren wartet er auf Peters Rückkehr. Oft steht er am See, bei ihrer Lieblingsstelle, beim Pferdekopf. Dort haben sie geangelt, dort sind sie geschwommen, dort haben sie sich umarmt und geküsst. Dort hat sich ein Mord zugetragen. An Iwan. Iwan, der Schreckliche. Der Säufer.

Karl denkt jeden Tag an ihn. Sonst erinnert sich kaum jemand an das ermordete Russenkind. Peters Stiefvater Egon war bald nach der Tat verhaftet worden. Damit war der Fall geklärt. Nach zehn Jahren ist er im Gefängnis gestorben. War Egon wirklich der Mörder? Oder war die Geschichte anders? War da nicht Karl am Tag der Tat allein am See? Und Iwan hatte ihn aufgespürt und gehänselt? Er wisse über Peter und Karl Bescheid? Karl würde seinen geliebten Peter nie kriegen, weil der schon für Egon herhalten müsse? War es nicht zu Handgreiflichkeiten
gekommen? Karl hatte Peters Messer bei sich. Peter hatte es ihm geliehen. Zum Angelschnitzen. Es ist von seinem richtigen Vater. Aus Silber, schon die Klinge wiegt dreißig Gramm. Mit diesem Messer wurde Iwan erstochen.

Karl war nach der Tat in den Wald geflüchtet und Egon in die Arme gelaufen. Karls Knie war verletzt, Egon hatte es ihm mit seinem roten Tuch verbunden. Dieses Halstuch wurde dann am Tatort gefunden. Wie es dorthin gelangt war, wissen nur Karl und Peter. Und Peter hatte über den Verbleib seines Messers falsch ausgesagt.

Peter ist nicht nur wegen der Beerdigung seiner Mutter gekommen. Die Freunde stehen wieder am See. Die Vergangenheit holt sie ein. Karl fühlt sich schuldig. Und nach Egons Schlägen kamen für Peter die Albträume. Karl hat Peter vor dem brutalen Stiefvater gerettet, Peter hat Karl vor der Verhaftung gerettet. Das gemeinsame Geheimnis hat sie fest im Griff. Und die damaligen Gefühle kommen auch wieder ans Licht.

Die Geschichte wird zeitübergreifend erzählt. Vergangenheit und Gegenwart fließen ineinander. Neben einem Mord schildert Susanne Falk eine pubertäre Liebe zwischen zwei Jungen, die sie als Erwachsene wieder einholt. Sie thematisiert sexuellen Missbrauch, Gewalt an Leib und Seele und vielseitige Verdrängung.