Pamir

Susanne Falk

Sechs junge Menschen, die auf die See gehen, um die Freiheit zu suchen und beinahe den Tod finden.
"So viele nicht gelebte Leben. Wo kommen jetzt diese Kinderstimmen her?"
Am 21. September 1957 sank das deutsche Frachtschulschiff Pamir im Hurrikan Carrie westsüdwestlich der Azoren. Von den 86 Mann an Bord, von denen mehr als die Hälfte unter 18 Jahre alt waren, überlebten nach einer dramatischen Rettungsaktion nur sechs. Susanne Falk fokussiert die dramatischen Szenen auf dem Schiff und im Rettungsboot. Die endlosen Stunden bis zur Rettung. Das Stück verlässt bewusst nicht den historischen Rahmen, verschafft aber doch Stimmen aus der Gegenwart Gehör.
ausführliche Beschreibung
Sie träumen alle denselben Traum. Sie wollen weg von Zuhause. Raus aus der Enge der 50er-Jahre. Vom Wirtschaftswunder sind sie nicht betroffen. Da überlegen sie nicht lange. Was bleibt sonst? Automechaniker, Tischler? Wer die Welt sehen will, muss zur See. Die Pamir -glücklich wer auf ihr einen Platz ergattern kann. Sie ist der Fahrschein aus dem Elend. Die Ausbildung ist hart, aber sie eröffnet Perspektiven. Jetzt sind sie wer, die Jungs von der Pamir!

Harte Arbeit, hart am Wind. 25 Tage von Hamburg bis Buenos Aires. Durch einen Streik am Hafen müssen sie selbst das Schiff beladen. Zwölf Tage dauert die Schufterei. Der ganze Schiffsbauch voller Gerste. Auch die Tieftanks sind voll. Und was ist das Gefährliche an Gerste? Sie fließt. Das Schiff darf keine Schlagseite kriegen. Noch läuft alles nach Plan. Eine gute Fahrt.

SOS. Sturmwarnung. Es ist merkwürdig, dass die schlimmen Dinge immer so bezaubernde Namen haben. Der Hurrikan Carrie. Der Funker ist kreidebleich, der Steuermann wird nervös, der Kapitän zögert, die Segel einzuholen. Ein Fehler. Der Sturm rückt näher. Aber die Pamir ist ja unsinkbar. Doch die lose Gerste fließt zur Leeseite. Der Wind greift voll in die Segel. Die Neigung liegt bei über 20 Prozent. Das Schiff kann sich nicht mehr aufrichten. Es kentert. Als sie es kapieren, ist es zu spät. Sie kommen kaum an die Rettungsboote, die einen sind voll Wasser, die anderen zu hoch. Sie springen von Bord. Einer bleibt oben. Sie sehen ihn sinken. Sie schwimmen um ihr Leben und erreichen ein kaputtes Rettungsboot. Dann sehen sie noch ein zweites, das weiter weg ist. Jetzt beginnt der Kampf gegen die Wellen und den Tod...

Sie haben keine Namen. Sechs junge Männer und ein Erzähler, der Person 1 ist. Wer ist Nummer 7? War sie nie an Bord? Steht sie für alle, die ertrunken sind?
7H
Jugend, Schauspiel
Frei zur: UA

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