Moser oder Die Passion des Wochenendwohnzimmergottes

Franzobel

Moser spielt in einem Theaterhimmel, dessen Direktor aber kein lieber Gott ist, sondern Adolf Hitler. Dieser unterzieht Moser einer strengen Schauspielprüfung, in deren Verlauf er den Prüfling mit jenem Gnadengesuch konfrontiert, das Moser am 24. Oktober 1938 an "meinen Führer" geschrieben hat. Hitler unterstellt Moser "Kriecherei". Ein schlimmer Zynismus, da Moser in diesem Brief "inständigst" um Gnade für seine jüdische Ehefrau Blanca flehte - letztlich ergebnislos.
1D 5H
Schauspiel
UA: 25.02.2010, Theater in der Josefstadt, Wien