Das Theaterdorf

Oscar Blumenthal

Ein ganzes Dorf wird zur Bühne
„Ein mittelmäßiger Schauspieler kann immer noch ein erstklassiger Theaterleiter werden.“
Ein ganzes Dorf wird zur Bühne. Seit der Gründung einer Theatergruppe ist es mit der beschaulichen Ruhe im salzburgischen Laufen vorbei. Die Laufner und Laufnerinnen widmen sich der Bühnenkunst und hoffen auf Touristen und klingelnde Kassen. Doch bald fliegen hinter den Kulissen die Fetzen. So einfach ist das Theaterspielen doch nicht. Wastl merkt sich den Text nicht, der Bonvivant muss zur Arbeit in den Saustall, eifersüchtige Ehefrauen erteilen ihren Männern Kussverbot auf der Bühne. Einer nach dem anderen schmeißt das Handtuch, und das Ensemble bröckelt auseinander. Manchen hingegen helfen die Liebesszenen auf die Sprünge und eröffnen eine neue Welt. Franz holt sich seine abtrünnige Kathi zurück, böswillige Unterschlagungen von Briefen werden aufgedeckt, und nach diesem ganzen Wirbel fragen sich die überforderten Mimen: War‘s früher nicht besser, als so gar nichts los war und sich bis auf ein paar versponnene Naturliebhaber keiner hierher verirrt hatte? Heinz Oliver Karbus hat das stark besetzte Lustspiel von Oscar Blumenthal aus dem 19. Jahrhundert kompakt bearbeitet und garantiert herzhaftes Volkstheater!
ausführliche Beschreibung
Im salzburgischen Laufen herrscht himmlische Ruhe. Für Naturliebhaber, die vor dem Trubel der Stadt flüchten, ist das verschlafene Kaff ein Geheimtipp. Doch das ist nicht allen im Ort recht. Auch der Bachwirt würde sich über mehr Gäste freuen. Aber woher sollen die
kommen, wenn hier so gar nichts los ist?

Als Justizrat Riebeck mit Gattin Sidonie und Tochter Zilli anreist, ändert sich das beschauliche Dorfleben schlagartig. Denn ihnen folgt der eifrige Schauspieler Günther, der das elterliche Gut für die Bühnenkunst hinter sich gelassen hat. Als Günther von einem Theaterstück aus der Feder des Pfarrers hört, gründet er eine Theatergruppe. Überall lassen die Bauerntheater die Kassen klingeln. Warum nicht auch in Laufen?

Alle sind Feuer und Flamme. Geprobt wird beim Bachwirten. Die frisch ernannte Obfrau Sidonie ist in ihrem Element. Sie stürmt übers Jahr jede Premiere, zum Unmut ihres Gatten, der sich im malerischen Laufen eine sommerliche Schonzeit von der Kunst erhofft hatte. Doch daraus wird nichts. Günther engagiert Riebecks Tochter Zilli und ruft zur ersten Probe. Alle sind begeistert dabei und stürzen sich auf ihre Rollen.

Nach der ersten Euphorie werden die Dorfmimen von der Realtät eingeholt. Franz, der Sohn des Bachwirten, holt sich nach seiner Rückkehr aus der Stadt bei einer Liebesszene seine Kathi zurück. Aus Trotz hat sie sich mit ihrem reichen Paten Kreuzhuber verlobt, der Franzens Briefe abgefangen hat. Gabi verbietet ihrem Mann, seine Bühnenpartnerin zu küssen. Der Bonvivant schmeißt die Probe, weil er eine Sau abstechen muss, der Tischler Wastl kämpft mit dem Text. Einer nach dem anderen steigt aus. Intendant Günther rauft sich die Haare. Und die aufgebrachten Laufner und Laufnerinnen fragen sich: Wann hat dieses Theater endlich ein Ende?

Heinz Oliver Karbus' kompakte Bearbeitung des Blumenthal Lustspiels garantiert herzhaftes Volkstheater. Doch die hohe Kunst stiftet Unruhe in der honorigen Bürgerschaft und stört den gewohnten Alltag. Eifersuchtsdramen, Raufereien, alles geht drunter und drüber, und so mancher wünscht sich die Ruhe von früher zurück. Ein ideales Stück für ein großes Ensemble mit allen wünschenswerten Charakteren!
7D 17H
17-20 Herren
Schauspiel, Volksstück
Bearbeitung: Heinz Oliver Karbus