Der Fall Weber

Manfred Schild

Ein starkes Stück über die Realität der Frau in der Arbeitswelt: weit mehr als ein spannender Kriminalfall!
"Alles darfst du in dieser hochbeschleunigten Zeit sein. Alles, nur nicht alt."
Der umstrittene Marketingleiter der Firma Chillcamp, Clemens Schirmer, wird tot aufgefunden. Die pensionierte Chefsekretärin Friederike Weber, jahrzehntelang die Stütze des Unternehmens, behauptet, Schirmer ermordet zu haben. Doch irgendwas stimmt da nicht. Will Frau Weber den Juniorchef schützen? Jetzt muss der leitende Ermittler Frau Weber beweisen, dass sie keine Mörderin ist. Steckt hinter Frau Webers felsenfester Aussage nicht ein Kalkül, dessen Beweggründe niemand ahnen kann?
ausführliche Beschreibung
Ein Mann wird auf dem Gelände der Firma Chillcamp tot aufgefunden. Es ist Clemens Schirmer, der neue Leiter der Marketingabteilung. Friederike Weber, die Chefsekretärin, legt ein Geständnis ab. Sie arbeitet seit vierzig Jahren in der Firma und ist vor kurzem pensioniert worden. Eine Tatsache, die sie komplett ignoriert. Sie behauptet, Schirmer ermordet zu haben. Doch die Ermittler zweifeln.

Mit seiner flotten Machart und unlauteren Geschäftsmethoden hat sich Schirmer nicht nur Freunde gemacht. Gemeinsam mit dem Leiter der Personalabteilung hat er das Unternehmen umgekrempelt und wieder in schwarze Zahlen geführt. Franz Goidinger, der Chef von Chillcamp, kann ihm nur dankbar sein. Er ist abhängig von Schirmers Netzwerk. Früher hieß die Firma ganz einfach Freizeitartikel Goidinger, nach ihrem Gründer, Franz Goidingers Vater. Das war die Zeit, in der Friederike Weber hier zu arbeiten begonnen hat. Mit unermüdlichem Ehrgeiz hat die junge Frau aus ärmlichen Verhältnissen den alten Goidinger von ihrer Qualität überzeugt. Mit der Übernahme durch seinen Sohn Franz, der charakterlich das Gegenteil seines kaltherzigen Vaters ist, brach für Friederike eine goldene Ära an. Franz ist für sie mehr als ihr Chef. Gemeinsam waren sie ein unschlagbares Team. Niemand kam an Frau Weber, wie die Chefsekretärin von allen respektvoll genannt wurde, vorbei. Die Schuld an ihrer Pensionierung gibt Frau Weber nur Schirmer. Franz Goidinger treffe daran keine Schuld. Für ihn würde sie alles tun. Auch einen Mord begehen?

Manfred Schild erzählt die Geschichte einer starken Frau, die nach getaner Arbeit abserviert wird. Eine Frau, die zwischen Wertschätzung und Missachtung ihrer Person zu unterscheiden gelernt hat. Es geht um Abschiebung von Menschen, die von einem Tag auf den anderen zu alt für ihre Arbeit sind. Deren Erfahrung und seriöses Handwerk nichts mehr zählt. Um eine Gesellschaft, die sich selbst nicht mehr nachkommt im Trubel einer rasanten digitalen und globalen Entwicklung. Und es geht um Macht. Von Männern und von Frauen.
2D 1H
Schauspiel
UA: 24.11.2018, Innsbrucker Kellertheater