„Ich möchte ned wissen, wieviel Nächte ich scho versandelt hab.“
Ein rasantes Intrigenstück um eine wahnwitzige, skrupellose Manipulation im Kunstbetrieb, ein Existenztheater, ein gnadenloser Zweikampf ungleicher Männer, in dem der Manipulator zum Manipulierten wird, das ist Wolfgang Bauers Austroklassiker „Change“ aus dem Jahr 1969, der seit seiner Entstehung nichts von seiner Kraft und seinem frechen Witz eingebüßt hat.
Der Wiener Maler Fery steckt in einer Schaffens- und Lebenskrise: Seine Bilder verkaufen sich nicht, sein Umfeld nimmt ihn kaum ernst. Um aus der Bedeutungslosigkeit auszubrechen, entwickelt er einen Plan. Er entdeckt den einfachen Handwerker Blasius Okopenko und stilisiert ihn zum „neuen Genie“ der Kunstszene.
Zunächst scheint der Plan aufzugehen: Blasi findet Beachtung, die Medien greifen das „Wunder“ auf. Doch bald kippt die Situation. Der naive Emporkömmling entwickelt eigene Macht, beginnt Fery zu dominieren und ihm die Kontrolle zu entziehen.
Aus der Rolle des Manipulators wird Fery selbst zum Manipulierten. Das Spiel mit Ruhm und Anerkennung schlägt in Verzweiflung und Selbstzerstörung um.