Mörder Hoffnung der Frauen

I. Fassung: 1907/1910, II. Fassung: 1907/1916

Oskar Kokoschka

Einer der wichtigsten Theatertexte des Expressionismus
Die Angaben des Autors verlegen den Schauplatz ins mythische Altertum. Der Mann, mit weißem Gesicht, blaugepanzert, die Frau, mit roten Kleidern und offenem gelben Haar. Der Anführer einer Kriegerschar tritt der Frau, sie hat ein Mädchen in ihrem Gefolge, entgegen. Nach dem provozierenden Spiel der Annäherung und einer Pantomime, die eine Vergewaltigung symbolisch darstellt, befiehlt der Mann seinen Kriegern, sie sollen die Frau mit seinem Zeichen „ins rote Fleisch“ brandmarken. Sie ihrerseits verwundert den Mann mit einem Messer schwer; er wird in einen Turm gebracht. Doch die Frau ist in Liebe zu ihm verfallen. Während sich die Krieger mit den Mädchen vergnügen, geht sie zu ihm, sie treffen sich am Gitter des Turmes. Als er sie – nach gegenseitigen Liebesbeteuerungen – berührt, bricht sie tot zusammen.

„Mörder Hoffnung der Frauen“ sorgte bei seiner Uraufführung 1909 für einen veritablen Theaterskandal und gilt heute als einer der ersten Dramentexte des Expressionismus. Das Stück bildete die Grundlage für die gleichnamige Oper von Paul Hindemith.
1D 1H
Chor
Schauspiel
UA: 4. Juli 1909, Gartentheater der Kunstschau Wien, Regie: Ernst Reinhold