Märchen der Gerechtigkeit

Komödie in fünf Bildern

Ladislaus Fodor

In einem Budapester Caféhaus gerät die ehrliche Garderobiere Mizzi durch die Launen eines jungen Grafen in einen Strudel aus Verdächtigungen und Intrigen. Aus einer vermeintlichen Bagatelle wird ein Politikum: die „kleinen Leute“ gegen die Mächtigen. Während Bestechung, Lügen und Intrigen den Prozess beherrschen, kämpft der junge Anwalt Stefan unerschrocken für Mizzis Ehre.
ausführliche Beschreibung
Mizzi, das leichtgläubige, ehrliche Garderobenmädchen eines drittklassigen Budapester Caféhauses in einer übel beleumundeten Gegend, wird zur Symbolfigur im gerechten Kampf der „kleinen Leute“ gegen die Mächtigen. Denn eines Tages beliebt der junge Graf Nikolaus wieder einmal seine Launen an den Armen auszuleben. Volltrunken wirft er im Caféhaus mit Geld um sich. Nur allzu bereit gieren die Hungernden und Frierenden nach den Almosen. Zwar haben sie sich alle wacker geschlagen, doch jetzt erschlägt sie die Depression. Nur Mizzi, die Garderobiere, ist zu stolz und zu aufrichtig, um sich dem Hyänenrudel anzuschließen. Ihr drängt der junge Graf eine mit Edelsteinen besetzte Tabakdose auf.

Schon am nächsten Tag will sie die Tabatiere zu Geld machen. Am Versatzamt lernt sie Dr. Stefan Kovacs kennen, einen Rechtsanwalt der „kleinen Leute“. Der ersten zärtlichen Annäherung folgt ein Schock. Mizzi wird des Diebstahls verdächtigt und verhaftet.
Nun beginnt der schier aussichtslose Kampf ums Recht. Stefan sucht den Grafen auf, doch dieser kann vor seiner Frau, der Fürstin Lydia Montevecchio, beim besten Willen nicht zugeben, ausgerechnet das millionenschwere Hochzeitsgeschenk seiner Gemahlin im Suff an ein Garderobenmädchen verschenkt zu haben, noch dazu ohne sich der nächsten Verdächtigung auszusetzen, dafür zumindest eine charmante Gegenleistung erhalten zu haben.

Stefans Hoffnung sind nun Mizzis Kollegen und die Gäste jener Nacht. Doch die Anwälte des Grafen haben sie bereits alle bestochen. Der „Fall Mizzi“ wird zum Fressen für die Boulevardpresse und zum Politikum. Längst geht es nicht mehr um den vermeintlichen Diebstahl der Tabatiere. Die Lösung heißt jetzt: „Proletariat gegen seine Ausbeuter“.

Schließlich rettet der Vater des stadtbekannten Casanovas und Trunkenbolds Nikolaus die Ehre des Adels. Graf Georg Geszti ist nicht nur ein angesehener Politiker und Universitätsprofessor, er ist auch Präsident der Rechtsanwaltskammer und vom Ehrgeiz des auf aussichtslosen Posten wild entschlossen kämpfenden Stefan angetan. Er entschließt sich an der Seite seines ehemaligen Studenten die Verteidigung der armen, verzweifelten Mizzi zu übernehmen, weil er längst erkannt hat, dass die öffentliche Meinung unverrückbar auf der Seite des unschuldigen Garderobenmädchens steht. Unter der Autorität „Seiner Exzellenz“ brechen die bezahlten Zeugen im Gerichtssaal zusammen und auch Nikolaus wagt nicht länger, die Lügengeschichte vor seinem Vater aufrechtzuerhalten.

Mizzi wird freigesprochen und öffentlich rehabilitiert. Die Tabakdose sichert ihre junge, bürgerliche Existenz. Dem Liebesglück mit Stefan, der mittlerweile zum Idol der bisher Rechtlosen und Ausgebeuteten geworden ist, steht nichts mehr im Wege.
8D 24H
5 Dek.
Schauspiel
Übersetzung:
Georg Marton