Wir schauen nicht weg!

Elisabeth Vera Rathenböck

Eine packende Geschichte über Mobbing in der Schule, eindringlich und klar erzählt.
Die vierzehnjährige Hanna wird von ihren Mitschülern schikaniert und von der Gemeinschaft ausgeschlossen. Sie tut alles, um akzeptiert zu werden. Als eine neue Lehrerin eingreift, zieht der Terror weitere Kreise.
ausführliche Beschreibung
Hanna geht in die 4b des Schubert-Gymnasiums. Sie wird von ihrer einst besten Freundin Silvie gemobbt, weil sie deren Kinokarte nicht bezahlt hat. Aus Rache verbreitet Silvie Gerüchte und zieht Tommi, Arthur und Claudia auf ihre Seite. Täglich verschwinden Hannas Schuhe, ihre Hefte und Bücher landen im Mülleimer. Weil Hanna Asthma hat, das - laut Silvie - „so ansteckend wie die Pest ist“, geben die Mobber dem „Problem Hanna“ einen Geheimnamen: „DiP – Die Pest“. Hanna versteht nicht, warum das mit ihr passiert. Sie fühlt sich „verkehrt“ und tut alles, um wieder akzeptiert zu werden. Doch in der Klasse kommt es zur Abstimmung: Wer ist für oder gegen „DiP“? Wer für „DiP“ ist, muss damit rechnen, selbst gemobbt zu werden. Als eine neue Lehrerin den Physikunterricht übernimmt, erhält Hanna unerwartet Hilfe. Das passt wiederum dem zurechtgewiesenen Arthur nicht, dessen Vater beim Direktor interveniert. Die neue Lehrerin wird versetzt. Bald sprengt das Mobbing die Grenzen des Klassenzimmers, denn die Bosheiten werden auch im Internet verbreitet. Nur Hannas Mitschüler Mats ist nicht so wie die anderen. Der langweilige, pickelige Mats, den keiner will. Auch Hanna sieht ihn nur als „Fettbrocken“. Endlich kann sie jemanden mobben und das Gefühl testen, Täterin zu sein. Doch als die anderen in der Schule Hannas Tod inszenieren, kommt ihr ausgerechnet Mats zu Hilfe…
Hannas Geschichte geht gut aus. Endlich greift eine Lehrerin ein. Der Mobbing-Fall kann aufgelöst werden. Silvie wechselt die Schule. Am Schubert-Gymnasium findet sich eine Gruppe von Schülern zusammen, die sich Jüngeren als Vertrauensschüler anbieten und Mobbing nicht mehr zulassen. Das neue Motto heißt: Wir schauen nicht weg!
„Ein Jugendstück über Mobbing, das inmitten eines Klassenzimmers aufgeführt wird, klingt verdächtig nach Zeigefinger und Moralkeule … 'Wir schauen nicht weg' von der Linzer Autorin Elisabeth Vera Rathenböck belehrt einen dann auch – und zwar eines Besseren. Ihr fesselnder Text über die 16-jährige Einser-Schülerin Hanna, die schleichend zum Lieblings-Opfer ihrer Klassenkameraden wird, ist fesselnd, schlau, authentisch und glücklicherweise frei von jeglicher Oberlehrer-Moral.“
Christiane Fasching, Tiroler Tageszeitung, 18. Oktober 2012
1D
Jugend, Klassenzimmerstück, Monolog
Alter: 14+
UA: 31.10.2011, Pfalztheater Kaiserslautern
ÖEA: 16.10.2012, Tiroler Landestheater, Regie: Thomas Krauß