„Ein bisserl Romantik muss man sich bewahren. Gerade heute.“
Aus den Dialogen der Ärztegattin Hildegard mit ihrer Freundin Marianne erfährt man das tragische Schicksal ihrer Tochter, die durch die Eltern, typische Kleinstadt-Honoratioren, zugrundegerichtet wird, obwohl sie davon überzeugt sind, ihr stets genug Nestwärme gegeben zu haben. Auch mit dem Sohn erleben die Eltern ein Fiasko. Ihr Trost bleibt das Baby der jungen Frau, das sie nun ebenso erziehen wollen wie die eigenen Kinder. Hildegard liegt ebenso wie ihrer Freundin jede Selbstkritik fern.
Brigitte Schwaiger bezeichnete 1991 in einem Interview „Nestwärme“ als ihr persönlich wichtigstes Stück.
„Die Autorin beweist sich als hervorragende Karikaturistin mit grausamer Beobachtungsschärfe. Das Stück ist sehr bühnenwirksam und pointiert geschrieben, formal verbindet es recht geschickt Darstellungsmethoden des absurden Theaters mit einem handfesten Realismus.“
Friedrich Eugen, Die Wahrheit, 14. Mai 1976
„Messerscharfe Dialoge, witzige Pointen“
Ulf Birbaumer, Salzburger Nachrichten, 17. Mai 1976
„Brigitte Schwaiger [erweist] sich als Meisterin des Dialoges, aus dem sich hinter leichthin gesprochenen Worten aus der allzu bekannten Umgangs-Sprache triste und bedrückende Schicksale aufbäumen und als eine ungemein scharfe und kritische Beobachterin, die dem Menschen aufs Maul und tief ins Herz zu schauen und ihre Eindrücke mit zitternder und schmerzlich berührter Menschlichkeit wiederzugeben versteht.“
Oberösterreichisches Tagblatt, 15. Mai 1976
„ein nur äußerlich heiteres, im Grunde aber erschreckend trauriges, bitteres und erschütterndes Stück Wahrheit“
Werner Sonvico, Tagblatt, 4. März 1976
„Bei 'Nestwärme' kann viel gelacht werden, aber es ist ein bitteres Lachen. Schließlich hält Brigitte Schwaiger uns allen einen Spiegel vor.“
Reinhard Ablinger, Kronenzeitung, 4. März 1976
„Dieses Stück gefällt mir aus zwei Gründen. Erstens: Brigitte Schwaiger zeigt den grundsätzlichen Widerspruch, die Lebenslüge des Bürgertums ... Der zweite Grund, warum ich dieses Stück schätze: Brigitte Schwaiger lässt fünf Szenen lang nur die beiden Gattinnen auftreten. Das junge Mädchen, um das es eigentlich geht, sieht man nie. Trotzdem wird das Leben des Mädchens und seine Situation immer klarer, immer plastischer. Seine Abwesenheit ist für mich spannender als seine Anwesenheit.“
Peter Turrini, 1976
„Es gibt in dem Stück Zuspitzungen, die man auf der Zunge zergehen lassen muss. Man muss genau zuhören, um hinter den parodistisch scheinenden Pointen die mörderische kleinbürgliche Wirklichkeit zu bemerken. Es ist ein Stück, das bei jedem erneuten Sehen neue Wahrheiten preisgibt.“
Rudi Kost, Cannstatter Zeitung, 2. März 1979