Kasperl oder der Diener dreier Herren

Eine Hanswurstiade sehr frei nach "Il servitore di due padroni" von Carlo Goldoni

Susanne Felicitas Wolf / Carlo Goldoni

Altwiener Volkstheater trifft Commedia dell'arte.
„Es ist so arg, dass ein so begnadeter Larifari wie ich, sich so schinden muss!“
Kasperl Larifari, von Geldsorgen geplagt, verdingt sich als Diener im Gasthof „Zum dürren Ochsen“ – doch gleich mehrere Herren beanspruchen seine Dienste. Eine verkleidete Schwester, ein hartnäckiger Verehrer, eine verwirrte Braut samt strengen Vater und ein gekränkter Bräutigam sorgen für turbulente Verwicklungen. Zwischen Verwechslungen, Liebeswirren und Dienerwechseln droht Kasperl an den amourösen Interessen seiner Herrschaften fast zu zerreißen.

Die Goldoni-Paraphrase "Der Diener dreier Herren" ist eine Hommage an die Urformen des Alt-Wiener Volkstheaters, mit seinem legendär komischen "Hanswurst“: ein anarchistischer, derb-direkter Bühnencharakter, der mit bezwingender Komödiantik sein Publikum begeisterte. Der Hanswurst wandelte sich zum drolligen "Kasperl" und hält sich bis in die Dramatik des 20.Jahrhunderts. In der Rolle des
Kasperls Larifari im "Diener dreier Herren" verschmelzen Momente des legendären Hanswurst, der traditionellen Kasperl-Figuren, sowie des italienischen Arlecchino; das Wiener Alt-Volkstheater begegnet einem seiner Vorläufer: der italienischen Commedia dell'arte.
ausführliche Beschreibung
Im Hause des Doktors Sekier herrscht ungetrübtes Glück. Nach dem Tod ihres Verlobten Friedrich von Reinfall soll die lieblich-dümmliche Tochter Seraphine vom gutsituiertem Privatier Ludwig von Reich zum Altar geführt werden. Doch einige Tage vor der Hochzeit steht der liebe tote Verlobte vor der Tür. Der Auferstandene steigt im Gasthof „Zum dürren Ochsen“ ab und engagiert Kasperl Larifari, den von Geldnöten und permanentem Hunger geplagten Tausendsassa, als Diener. Der junge Herr, der sich Friedrich von Reinfall nennt, ist aber dessen verkleidete Schwester Beatrix. Das Mädchen in Hosen ist auf der Flucht vor seinem hartnäckigen Verehrer Florian von Weißnix, der ebenfalls im „Ochsen“ logiert und einen Diener sucht. Kasperl, in der Hoffnung auf Erfüllung seiner kulinarischen Träume, stürzt sich mit seiner Zusage in ungeahnte Abenteuer.

Beatrix ist pleite und muss das Geld, das ihr verstorbener Bruder dem künftigen Schwiegervater anvertraut hatte, zurückgewinnen. Deshalb drängt sie als erster Verlobter auf rasche Eheschließung. Seraphine kollabiert, ihr Vater tobt, der Ersatz-Gatte Reich grollt und zieht in den „Dürren Ochsen", wo er einen Diener engagiert.

Natürlich trifft es wieder Kasperl, der von seinen mittlerweile drei Herren und deren amourösen Interessen fast zerrissen wird. Duellforderungen, Geld$ und Kofferübergaben, Verwirrungen und Verwechslungen zwischen seinem Chef-Trio halten den gestressten Domestiken ganz schön auf Trab. Doch der gewaltige Pallawatsch hat nach allen Turbulenzen ein gutes Ende. Vor allem für Kasperl, der allen drei Herren kündigt, um sich nur noch seiner so wundersam verwandelten „Herrin“ Beatrix zu widmen.
2D 4H
1 Dek.
Komödie
UA: 26.06.2005, Kutlrusommer Laxenburg

Credits

sehr frei nach Carlo Goldoni