Der eingebildete Kranke

Eine gallige Posse frei nach "Le malade imaginaire" von Moliere

Molière

In Anlehnung an Molières berühmte Komödien entfaltet sich ein heiteres Spiel um Krankheit und Heilung, Liebe und Intrige. Ein tyrannischer Hausherr, ein unglückliches Mädchen, ein falscher Arzt und eine listige Zofe treiben die Verwicklungen voran, bis ein überraschender „Tod“ die Masken fallen lässt. Am Ende siegt die Liebe – und die Komödie zeigt mit augenzwinkerndem Humor, dass kein Mittel wirksamer ist als das Leben selbst.
ausführliche Beschreibung
Der feine Privatier, Herr Anton von Hagenstolz sekkiert als leidenschaftlicher Hypochonder seine Umwelt mit harmlosen Wehwehchen. Er fühlt sich von Bakterien verfolgt, droht am Feinstaub zu ersticken, verschluckt Batterien von Pillen und stirbt dreimal am Tag. Ertragen muss den täglichen Terror das leidgeprüfte Damentrio des Hauses: Antons Töchterchen Angelika, deren junge „vom Eck weg“ geehelichte Stiefmutter Belinde, und die Perle des Hauses, die alles überblickende Kammerzofe Toinette.

Als der väterliche Tyrann Angelika aus praktischen Gründen mit seinem Leibarzt Dr. Dünkelstein verheiraten will, ist der Teufel los. Das Mädchen liebt heimlich den charmanten Gärtner Clemens Hutmacher, der sie zur Geranie seines Lebens machen will. Auch Antons Gattin Nr.2 ist von den Heiratsplänen nicht begeistert, durchkreuzen sie doch ihr amouröses Verhältnis mit Dünkelstein, der von ihrem hörigen Ehemann eine satte Mitgift kassieren soll. Als sich die Verwicklungen zuspitzen, muss die kluge Toinette ihrer unglücklichen Jung-Herrin zu Hilfe eilen.

Angelikas Herzensgärtner wird als italienischer Musiklehrer eingeschleust, die listige Zofe selbst wickelt als Notar verkleidet scheinbar den dünkelsteinschen Ehevertrag ab. Schließlich heckt sie mit ihrem Herren, dem sie trotz aller Beleidigungen zugetan ist, einen geschickten Plan aus, um das außereheliche Verhältnis von Gattin Nr. 2 mit dem väterlichen Wunsch-Schwiegersohn aufzudecken.

Anton soll ausnahmsweise wirklich „sterben“ und als Scheintoter die wahren Gefühle seiner familiären Umgebung testen. Die Rechnung geht auf. Belinde und Dünkelstein brechen beim Anblick des „Verblichenen“ in Jubel aus, Angelika und ihr Rosenzüchter in Tränen. Als der Tote wieder zum Leben erwacht, vertreibt und enterbt er die liebhaberischen Intriganten und gibt der Tochter die Erlaubnis, sich mit ihrem geliebten Setzling Clemens ehelich fortzupflanzen.

Und auch der eingebildete Kranke selbst entdeckt am eigenen Leib die heilende Kraft der Liebe. Seine Rückkehr ins Leben lässt ihn so manches mit neuen Augen sehen. So auch seine treue Toinette, die den hypochondrischen Grantler längst in ihr Herz geschlossen hat und ihn in lebenslängliche Pflege nimmt.
3D 3H
Komödie
UA: 25.6.2006, Kultursommer Laxenburg
Bearbeitung: Susanne Felicitas Wolf