Süden

(Sud)

Julien Green

Julien Greens Südstaaten-Opus spielt wenige Stunden vor Beginn des Sezessionskrieges. Im Schatten der politischen Situation geht es um Gefühle, um die Liebe als existenzielle Erfahrung, die einen trifft wie ein Schlag ins Gesicht. Kriegsangst und die Suche nach dem rechten Weg zu Gott, Sklavenhaltung, Humanität und erotische Sehnsucht, deren Nichterfüllung als belastende Schwüle auf die Gemüter drückt: all diese Motive lässt Green aufleuchten und umkreist wie Tschechow die tödliche Kraft uneingestandener Gefühle.
ausführliche Beschreibung
Der Nordstaaten-Leutnant Ian Wiczewski gerät in einen Katarakt der Gefühle, als er im Haus des Plantagenbesitzers Edward Broderick dem jungen Südstaatler Mac Clure begegnet. Leutnant Wiczewski fühlt sich vom ersten Moment an sexuell zu Mac Clure hingezogen. In panischer Angst versucht er, seinen Gefühlen zu entkommen, indem er sich Angelina, der Tochter des Hauses zuwendet.

Doch will niemand, am wenigsten er selbst, an die plötzlich entflammte Liebe zu dem jungen Mädchen, das ebenfalls für Mac Clure schwärmt, glauben. Wiczewski ist unfähig, seine Gefühle zu dem jungen Mann zu artikulieren und verstrickt sich in immer neue Scheinmanöver, die ihn schließlich in ein Duell mit dem heimlich
Geliebten treiben.

Der Zweikampf unter dem Anschein politischer Auseinandersetzungen endet für Leutnant Wiczewski tödlich. Am Ende trauern nur Broderick und dessen Nichte Regina, deren Liebe zum Leutnant unerwidert blieb.
6D 7H
1 Dek.
Schauspiel
Übersetzung aus dem Französischen:
Irene Kuhn