Menschenfeind

Fabian Alder / Molière

Moderne Überschreibung des Moliére-Klassikers
„Ich sag es gradheraus: Die Lage ist jetzt schlecht. Meine Beliebtheitswerte, die brechen völlig ein.“
Fabian Alder versetzt den Klassiker „Der Menschenfeind“ von Molière mit viel Humor in die Welt von heute. Auch sein Alceste regt sich über die ihn umgebende Gesellschaft auf. Kein neuer, kein authentischer Gedanke in keinem Kopf. Alles abgeschmackt, kopiert, von außen in die Hirne eingeblasen von beeinflussenden Stichwortgebern wie sozialen Medien, Psychologie-Ratgebern, Netflix-Serien, Werbe- und Marketingagenturen, Umfrageinstituten und dem abstumpfenden und normierenden Bildungssystem. Keiner hält es mehr aus, wenn jemand eine andere Meinung vertritt. Empörung oder Sentimentalität werden mit echtem Engagement verwechselt und am Ende des Tages gibt es sowieso nur eine Sache, die die Menschen wirklich interessiert: die ununterbrochene Verfügbarkeit sämtlicher Konsumgüter.

Unter Beibehaltung des Grundplots beweist Alder mit seiner gewitzten Überschreibung, in der auch auf Reim und Versmaß nicht verzichtet wird, die absolute Zeitlosigkeit und Brisanz dieses Komödienklassikers. Und zeigt uns, dass große Wut auch sehr komisch sein kann.
„Alder trifft den Nerv der Zeit und gibt dem klassischen Misanthropen eine Stimme im 21. Jahrhundert.“
Lara Kastler, subtext.at, 20. November 2023
„Man kriegt in höchst vergnüglicher Form den ganzen Molière in seiner Gesellschaftskritik und als Bonus-Track auch noch den Wahnsinn unserer aktuellen Lebenswelt dazu.“
Norbert Mayer, Die Presse, 2. Mai 2023
3D 3H
Komödie, Schauspiel
UA: 29.4.2023 Theater in der Gumpendorferstraße (TAG) Wien