Der Traum vom Wolf

Raoul Biltgen

Der schmale Grad zwischen Anhimmeln eines Lehrers und sexuellem Missbrauch
Michael Lohmer ist ein beliebter Sportlehrer in einem Mädcheninternat. Die Schülerinnen bewundern
ihn und erheben ihn zu ihrem gemeinsamen männlichen Idol. Die gleichaltrigen Jungs können mit dem Wunschbild weiblicher Teenager-Träume nicht mithalten. Der Wettkampf um die Gunst des Lehrers setzt sich im Kampf um die Aufstellung der Mädchen für den kommenden Staffellauf fort, der zum Barometer der Anerkennung Lohmers wird. Das Geburtstagsfest von Jennifer löst schließlich eine Kette von Intrigen und Gerüchten aus. Jennifer prahlt vor ihren Kolleginnen, Lohmer im Turnsaal erfolgreich verführt zu haben, während Myriam eher zufällig das erreicht, was Jennifer in Wirklichkeit nicht gelungen ist. Die Wahrheit kommt bald ans Tageslicht. Sämtliche Versprechen, das „große Geheimnis“ von Myriam für sich zu behalten, werden gebrochen. Die Neuigkeit macht wie ein
Lauffeuer die Runde und ein Skandal ist nicht mehr aufzuhalten. Lohmer zieht die Konsequenzen und reicht seine Kündigung ein.

Raoul Biltgen trifft die Stimmung der 15- Jährigen, deren äußere der inneren Entwicklung vorauseilt, präzise. Das seelische Ungleichgewicht, das fiebrige Hin und Her–Schwanken der Gefühle, das Provozieren und Ausloten von Grenzen und deren Überschreitung - dies alles bezeichnet den schmalen Grat, auf dem sich die in der Entwicklung steckenden Teenager befinden. Die Angst vor dem bösen Wolf aus dem Märchen wird zum Traum vom Wolf, zur Sehnsucht nach prickeln- der Gefahr und dem Betreten verbotenen Terrains.
5D 4H
Jugend, Kinder, Schauspiel
UA: November 2011, Theater Hof