Meine Mütter

Katrin Wiegand

3-Generationen-Frauenstück zum Thema Identität, Mütter und Töchter.
„Wenn du in mein Alter kommst, wirst du feststellen, dass man sich immer schwerer damit tut, einfach so über andere zu urteilen.“
Johanna hat plötzlich zwei Mütter. Nach 22 Jahren kündigt Charlotte, die Johanna nach ihrer Geburt zur Adoption freigegeben hat, über das Jugendamt ihren Besuch an. Und die sind wie alle Mütter: Sie wollen doch nur das beste für ihr Kind … Ein pointiertes 3-Generationen-Frauenstück zum Thema Identität, Mütter und Töchter. Witzig und mit psychologischem Tiefblick
ausführliche Beschreibung
Vor zweiundzwanzig Jahren hat die kinderlose Vera ein neugeborenes Mädchen adoptiert: Johanna. Charlotte, die damals sechzehnjährige Mutter, hat das Kind sofort nach der Geburt zur Adoption freigegeben. Sie hat diesen Schritt nie bereut. Und doch war da die Neugier, wie sich Johanna entwickelt hat. Ob sie ihr ähnlich ist? Unangepasst, wild und freigeistig?

Charlotte kontaktiert das Jugendamt. Sie will Johanna kennenlernen. Vera ist inzwischen geschieden. Johannas Verhältnis zu ihrem Adoptivvater ist ungetrübt. Sie ist behütet aufgewachsen, es hat ihr an nichts gefehlt. Das geplante Treffen mit ihrer leiblichen Mutter verstört Johanna, während Vera versucht, ihre Angst hinter einer ruhigen Miene zu verbergen.

Als die schillernde Charlotte hereinschneit, gerät Johannas Welt komplett durcheinander. Und Veras noch mehr. Charlotte ist das glatte Gegenteil von Vera. Gegen die weltgewandte Influencerin ist die konservative Versicherungskauffrau eine graue Maus. Und Charlotte unterstützt – im Gegensatz zu Vera – Johannas Ambitionen, ein Jahr im Ausland zu verbringen, bevor Johanna Entscheidungen für ihre berufliche Zukunft treffen will. Charlotte würde den Aufenthalt sogar finanzieren. Vera hingegen drängt auf eine sichere Ausbildung für ein sicheres Leben mit einem sicheren Einkommen. Vom Herumbummeln hält sie nichts.

Charlotte punktet bei Johanna auf allen Linien, und es kriselt immer mehr zwischen den „Müttern“. Johanna fühlt sich von der unkonventionellen Frau, die sich nie um sie gekümmert hat, besser verstanden als von der spießigen Glucke, die sie selbstlos und liebevoll aufgezogen hat. Die Situation spitzt sich zu. Bis sie völlig eskaliert und Johanna ihre Sachen packt. Gibt es einen Weg, mit beiden Müttern klarzukommen?

Wer ist hier die Mutter? Die leibliche, die ihr Kind weggegeben hat, oder die Adoptivmutter, die immer da war und mit dem Kind durch dick und dünn gegangen ist? Katrin Wiegand greift eine existenzielle Frage auf: Die Suche nach der Identität. Sind Familienbande an die Blutsverwandtschaft gebunden, oder ist Familie da, wo man daheim ist und bedingungslos geliebt wird?
3D
Komödie
UA: 12.10.2023, Freie Bühen Wieden, Wien
Frei zur: DEA, SEA