Nächtliche Einkehr

Helmut Qualtinger

Eine fast leere Bar, eine müde Bardame, ein einsamer Gast
„Ich merk' noch immer nicht den Unterschied zwischen Sekt und Champagner."
In einer fast leeren Bar begegnen sich eine Bardame und ein Gast. Zwischen beiden entspinnt sich ein Gespräch voller Andeutungen, Lebensbrüche und melancholischem Witz: vom Würfelspiel über gescheiterte Ehen bis zu einsamen Nächten.

Die Stimmung kippt, als ein zweiter Gast mit Chauffeur erscheint – ein wohlhabender Unternehmer, der prahlt, Champagner bestellt und seinen zweiten Herzinfarkt feiert. Seine überdrehte Präsenz bringt Groteske und Verzweiflung zugleich in die Szene, bevor er lallend verschwindet.

Zurück bleiben die Bardame und der erste Gast. Ihr Dialog endet nüchtern und desillusioniert: keine Nähe, keine Wärme, nur die lakonische Feststellung, dass es „nicht der Mühe wert“ sei. Die Bardame sperrt die Bar ab – und damit auch jede Hoffnung auf Begegnung.
1D 3H
Sketche