Die Entwöhnungselite

Helmut Qualtinger

Die Unfähigkeit von den eigenen Lastern zu lassen
In einem Wartezimmer treffen drei Männer aufeinander – ein Raucher, ein Esser und ein Alkoholiker. Während sie auf den Arzt warten, reden sie unablässig über ihre Laster: Zigaretten, Gansl mit Rotwein, Underberg, Likörbonbons. Jeder findet für seine Sucht eine Ausrede, jeder relativiert die eigene Schwäche und lästert über die anderen.

Ihre „Geständnisse“ sind mehr Selbstrechtfertigungen als wirkliche Einsichten: Der Raucher sucht ständig Feuer, der Esser erfindet die „Gourmet-Anonymen“, und der Alkoholiker gibt sich nüchtern – nur um gleich wieder ans Trinken zu denken.

Als sie beschließen, sich davonzuschleichen, bleibt der Arzt am Ende ohne Patienten zurück – und die „Entwöhnungselite“ beweist, wie wenig therapierbar sie wirklich ist.