Ein stärkerer Herr

Helmut Qualtinger

Erinnerung und Selbsttäuschung
Eine ältere Berlinerin erinnert sich larmoyant an ihren verstorbenen Mann Franzl, den sie nach Wien überführte. Zwischen Keksdose, Foto und alten Schlagern entfaltet sich ihr Monolog über ein Leben voller kleiner Aufstiege, Abstürze, Schulden, Geschäfte, Operettenarien und Illusionen.

Sie erzählt von seiner Eitelkeit, seinen Affären, seiner Vorliebe für Operetten und Wiener Schmäh, seinen Träumen von Lokalen und Fiakern am Ku’damm – und von den ständigen Pleiten und Wechseln, die ihr Leben prägten. Trotz aller Widrigkeiten verklärt sie ihn als charmanten „stärkeren Herrn“, dessen Größe vor allem aus Posen, Schlagworten und Erinnerungen besteht.