Der fremde Herr

Helmut Qualtinger

Gewaltfantasie im Beisl
In einem schäbigen Zimmer erwacht ein Mann neben einer Prostituierten. Er wirkt fahrig, fiebrig, redet von Pistolen, Koffern und einer drohenden „Strafe“. Während er Möbel umwirft und sich in grotesken Fantasien von Richtern, Tigern und Nadeln verliert, bleibt die Frau pragmatisch, müde und sarkastisch.

Immer verzweifelter sucht der Fremde nach Symbolen seiner Bedrohung – Strick, Messer, Kerzen –, verletzt sich schließlich selbst und scheitert an seiner eigenen Pose als „Unhold von Hadersdorf“. Am Ende bezahlt er kleinlaut, entschuldigt sich und verschwindet – zurück bleibt die ernüchterte Frau, die nur lakonisch über seine „komischen Ohren“ nachdenkt.
1D 1H
Sketche