Der Mann, der durch die Stadt geht

Helmut Qualtinger

Eine satirisch-melancholische Momentaufnahme Wiens
Ein namenloser Wiener flaniert durch die Stadt und führt einen endlosen Monolog – scheinbar mit alten Bekannten, in Wahrheit aber mit sich selbst. Zwischen Erinnerungen an die 40er- und 50er-Jahre, Spott über Politik, Bundespräsidenten, Mozartkugeln und die U-Bahn schweift er von Anekdoten zu Klatsch, von antisemitischen Bemerkungen zu nostalgischen Liedfetzen.

Immer wieder verwechselt er Vergangenheit und Gegenwart, mischt persönliche Erinnerungen mit Mythen der Stadt und verliert sich in grotesken Beobachtungen über Fiaker, Oper, Kaffeehäuser und Kriegserfahrungen. Bekannte Namen und Orte tauchen auf – doch alles wirkt wie eine zerbröckelnde Collage aus Wiener Schmäh, Verdrängung und Einsamkeit.

Am Ende bleibt er in einer Spirale aus Erinnerungen und Verschwörungsfantasien gefangen – ein verlorener Spaziergänger, der seine Stadt nur noch im Gerede besitzt.