Der Mörder

Helmut Qualtinger

Alltag und Abgrund
Ein Mann sitzt neben seiner toten Frau, die er mit einem Fleischklopfer erschlagen hat, und führt einen Monolog – mal in seiner eigenen Stimme, mal in der ihrer. In Erinnerungen und Tiraden arbeitet er dreißig Jahre Ehe ab: Vorwürfe über Musik, Kino, Essen, Krankheiten, Religion, Bekannte, Krieg und Alltag mischen sich mit grotesken Details von Torten, Urlauben oder Fernsehgewohnheiten.

Sein Gerede schwankt zwischen Zorn, Sentimentalität und Rechtfertigung. Immer wieder betont er, eigentlich „kein Mörder“ zu sein, verstrickt sich aber in Selbstmitleid und groteske Pläne für die Zukunft – vom möglichen Wohnbauhof nach ihm benannt bis zum feierlichen Auftritt vor Gericht. Am Ende ist er überzeugt: Mit der Tat beginnt für ihn „wieder das Leben“.