Gespenst auf Reisen

Helmut Qualtinger / Carl Merz

Ost trifft West
„Ah ich weiß viele Rotarmisten, sie machen Hochzeitsreise nach Zistersdorf ..."
Der ehemalige Rotarmist Iwan Wassiljewitsch besucht mit seiner Frau Natascha Wien und wird von einem österreichischen Fremdenführer über die Stadt geleitet. Aus banalen Beobachtungen – Wiener Denkmäler, Verkehr, Casinos, Nachtleben – entwickelt sich ein grotesker Schlagabtausch über Politik, Kultur und Alltag. Iwan vergleicht alles mit „damals 1945“, beklagt den Verfall und kommentiert spöttisch österreichische Eigenheiten.

Seine Frau reagiert trocken und praktisch, der Fremdenführer wechselt zwischen Stolz und Verlegenheit. Absurde Missverständnisse – Striptease wird mit Teestunde verwechselt, Nudisten mit Faschisten – verdeutlichen die kulturelle Fremdheit.

Später wechselt die Szene in eine Wiener Wohnung: eine Familie versucht, im Kreis von Gästen eine Burgtheater-Übertragung im Fernsehen zu verfolgen. Doch Lichtschalter, Besucher, Telefongespräche und belanglose Ablenkungen zerstören die Aufführung.