Und Ithaka wartet

Helmut Qualtinger / Carl Merz

Die Odyssee als Wiener Revue
„Ihr laßt euch also von Einäugigen beherrschen? Seid ihr denn blind?"
Odysseus erzählt in Tagebuchform von seiner Irrfahrt nach dem Trojanischen Krieg – eine Parodie auf die Odyssee, durchsetzt mit Wiener Schmäh, Politik- und Kulturkritik.

Troja fällt nicht durch ein hölzernes Pferd, sondern durch die „trojanische Taube“ des Meisters Pikasses. Auf der Heimreise begegnet Odysseus absurden Inseln und Figuren: Sirenen, die über „unpolitische Kunst“ singen, eine Psychoanalytikerin Kirke, ein zurückgetretener Polyphem samt kollektiv regierenden Brüdern, die nymphomanische Kalypso, ein Styx mit Verkehrsanbindung nach Hadersdorf-Weidlingau, und die Anti-Alphabetenhalbinsel der Rechtschreibreformer.

Schließlich kehrt er nach Ithakring zurück, wo die Presse sein Auftauchen sensationslüstern kommentiert. Penelope sitzt noch immer an ihrem unvollendeten Gewand, umgeben von vier hartnäckigen Freiern – und auch Homer selbst will noch Tantiemen kassieren.