Führer, befiehl!

Brigitte Schwaiger

Eine ältere Frau erinnert sich an ihre Zeit in der Hitlerjugend als die besten Jahre ihres Lebens.
„Die Sünden der anderen sind nicht meine!“
Eine Frau erzählt. Von Freundschaft im Jungmädchenverband, von Sinnerfüllung beim Arbeitsdienst, von schmucken SS-Offizieren, vom erhebenden Gefühl eine „deutsche Frau“ zu sein und eine Mutter. „Führer, befiehl, ich folge Dir“, sagt sie und weiß nicht, was sie tut.

Ein Monolog über das fatale Zusammenspiel zwischen privatem Glück und historischer Katastrophe. Bei seiner Wiener Uraufführung wurde das Stück kontrovers diskutiert, in den USA feierte es große Erfolge.
„‚Führer, befiel!‘ erzählt die Geschichte eines Opfers, das zum willkommenen Opfer für nationalsozialistische Parolen und dadurch zur Mitläuferin wurde. Eine Schwarz-Weiß-Beurteilung greift hier nicht. Das ist das Irritierende an dem Stück. Zugleich zeigt es, dass ein Mensch Ideologien nachlaufen kann, nicht weil ihn deren Inhalte interessieren, sondern weil er einen Halt sucht und dazugehören will.“
Juliane Spatz, Frankfurter Rundschau, 1993
„Pflichtbesuch für Mitdenkende.“
Kronen Zeitung, 1987
1D
Monolog
UA: 22.04.1987, Theater Drachengasse, Regie: Brigitte Schwaiger

Übersetzungen