Eine Partie Schach

Franz Theodor Csokor

Das Stück, Csokors Debüt als Dramatiker, spielt am 9. Thermidor des Jahres IV, am 27. Juni 1794.

Therese Cabarrus, die Geliebte des Volksvertreters Tallien, ist wegen Hochverrates angeklagt und zum Tode verurteilt. Tallien trifft in Verkleidung in das Gefängnis ein, ist entschlossen, sie zu befreien. Der Kerkermeister Herté gewährt ihr den letzten Wunsch, mit ihm eine Partie Schach zu spielen, mit dem Schwur, dass sie nicht früher hingerichtet werde als die Partie zu Ende ist. Herté sagt zu, und wird von Therese mit allen Künsten der Erotik überlistet. Er verfällt völlig ihrem Reiz und ist bereit, Robespierre und die Revolution zu verraten; er will sogar zur Flucht verhelfen. Sie fühlt sich bereits von Tallien im Stich gelassen und wendet sich auch mit ihrem Herzen Herté zu. Als doch noch überraschend Tallien erscheint, hat sich Therese sofort wieder in der Gewalt und verhöhnt ihr Werkzeug Herté. Herté verzichtet darauf, sein Leben durch schmachvolle Unterwürfigkeit zu verkaufen. Die Menge verlangt seinen Tod. Herté erwidert darauf nur: „Schachmatt! Trotz der Königin, die ich schon hielt.“
„Der Dichter holt seinen Stoff aus der aufregendsten Zeit der französischen Revolution und mit imponierender dramatischer Kraft weht der glühende Sturm der Revolution durch sein Werk. Das Stück hatte großen und ehrlichen Erfolg.“
Alfred Polgar
4D 6H
Einakter, Schauspiel
UA: 1912, Neue Bühne, Budapest