Der Mord, der nie geschah

Ladislaus Fodor

Ein wohlhabender Staatsanwalt heiratet eine junge Schönheit – doch bald schon mischen sich Argwohn und Täuschung in die vermeintliche Idylle. Alte Geheimnisse, ein undurchsichtiger Erpresser und ein raffiniert inszeniertes Mordkomplott treiben das Paar in ein gefährliches Spiel um Vertrauen und Verrat. Am Ende zeigt sich: Wer andere täuschen will, muss damit rechnen, selbst durchschaut zu werden.
ausführliche Beschreibung
Der wohlhabende Staatsanwalt Oliver Blake, ein sportlicher Mittfünfziger, hat sich auf einer Kreuzfahrt in die junge Sandra verliebt und diese nur wenige Wochen später geheiratet. Blake will sich nun zur Ruhe setzen, seine Ländereien, seine Segeljacht und seine junge Frau genießen.

Sandra ist eine quirlige, mädchenhafte Erscheinung, der man bestenfalls Naivität zumuten würde. Sie liebt das Leben und die Kreditkarten ihres Mannes. Niemals würde sie vermuten, dass der gutmütige, väterliche Balke sie rund um die Uhr durch einen Detektiv beschatten lässt. Nach dem Motto „Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser“ lässt der alte, erfahrende Staatsanwalt seine junge Ehe auf ihre Standfestigkeit überprüfen. Für ein groß angelegtes Gartenfest wird ein junger Mann namens Vic Lundy als Barkeeper engagiert, der die Korrektheit eines Zahlkellners ausstrahlt. In Wirklichkeit handelt es sich um einen Erpresser, der sein Wissen um Sandras junge Vergangenheit versilbern möchte. Eine Kurzzeitehe in los Angeles endete mit dem unfreiwilligen Tod des Gatten. Sandra scheint in der Falle zu sitzen – ausgerechnet jetzt, da sie den Mann ihrer Träume gefunden hat, holt sie die Vergangenheit ein.

Sandra unternimmt einen Selbstmordversuch. Danach erleichtert sie Blake gegenüber ihr Gewissen und schildert ihr Elend: Dieser Tyrann in Los Angeles habe sie dazu gezwungen, Geld anzuschaffen. Da sie das Martyrium nicht länger habe ertragen können, stieß sie ihn im Streit die Treppe hinunter – Vic Lundy habe alles gesehen.
Mit der Lebens- und Berufserfahrung eines Staatsanwalts überprüft Blake, wieviel der Erpresser als Zeuge vor Gericht wert wäre und kommt zu dem verblüffenden Ergebnis, man müsse diesem Vic Lundy zuerst das Geld aushändigen und ihn dann beseitigen – ein perfekter Mord von ihm geplant.

Sandra willigt erstaunlich schnell ein, nutzt aber den ersten Moment des Alleinseins, um Vic Lundy zu informieren. Die beiden sind ein eingespieltes Team – keine Spur von einem Mord, keine Ehe in Los Angeles, auch Sandras Suizidversuch war nur vorgetäuscht. Doch Blake ist längst einen Schritt voraus. Er ahnte, dass Sandra auf sein Mordkomplott sofort einsteigen würde. Ihre Gespräche mit Vic Lundy wurden alle abgehört, und die wahre Identität des mehrfach vorbestraften „Erpressers“ vom Detektiv längst herausgefunden.
Seiner „lebensgefährlichen Frau“ gibt Blake zum Abschied einen guten Rat, bei der Wahl seiner zukünftigen „Opfer“ vorsichtiger zu sein. Er selbst gelangt zu der weisen Einsicht, dass Gold und Segeln seinem Alter wohl zuträglicher sind als junge Frauen.
2D 5H
1 Dek.
Krimi
Übersetzung:
Erni Friedmann