Quasi una Fantasia

Reinhard Palm

Ein Beethoven-Stück - vom Gipfel seines Ruhms zum familiären Niedergang
200 Jahre Wiener Kongress, der als „tanzender“ in die Geschichte eingegangen ist. Hinter den Kulissen wurde hart verhandelt. Reinhard Palm liefert ein vielschichtiges Stück, das neben den politischen Geschehnissen ein familiäres Drama, den berühmten „Neffenkonflikt“ Ludwig van Beethovens aufrollt. Palm jongliert zwischen den Wiener Salons und der einsamen Existenz eines Musikgenies, das von seiner wachsenden Taubheit zerstört wird. Mit seinem Werk „Wellingtons Sieg“ 1813 prophezeite Beethoven musikalisch die Stahlgewitter, die hundert Jahre später den Ersten Weltkrieg begleiten sollten
ausführliche Beschreibung
Europa wird nach dem Sturz Napoleons neu geordnet. Von September 1814 bis Juni 1815 gingen die Verhandlungen in der Donaumetro-pole unter der Leitung Fürst von Metternichs über die Bühne, zeitlich deckungsgleich mit
der Wiener Theatersaison. Kunst und Politik geben sich ein denkwürdiges Stelldichein. Der musikalische Star dieses großeuropäischen Politgipfels, bei dem die Grenzen für die nächsten hundert Jahre festgelegt wurden, war Ludwig van Beethoven. Mit seinen „Kongresswerken“ erreichte er ein Massenpublikum und die Aufmerksamkeit der politischen Herrschaftselite.

Der Wiener Kongress ist als ein „tanzender“ in die Geschichte eingegangen. Doch neben Champagner und Walzerklängen auf rauschenden Bällen wurde hart verhandelt. Während die Lawine von ausländischen Diplomaten samt Gefolgen der Wiener Unterhaltungskultur zu einer Blüte verholfen hat, wurde die Geheimpolizei aus ihrem Dornröschenschlaf geweckt und auf Trab gehalten. Das Finanz-Patent hatte Unmengen Geld vernichtet, und auch
Beethovens ökonomische Sicherheit war gefährdet.

Palm jongliert zwischen dem gesellschaftlichen Parkett und Beethovens einsamer Existenz und zeichnet mit einem bunten Spektrum von Figuren die Atmosphäre der Zeit im Wandel. Beethoven, das gefragte, verwahrloste und ruppige Genie, hatte neben dem Geldverlust mit dem Verlust seines Gehörs zu kämpfen. Nach dem Tod seines Bruders kam auch noch ein zermürbender Streit mit dessen Frau um die Vormundschaft des Kindes Karl dazu. Beethovens langwierige Prozesse mit seiner Schwägerin um den Neffen Karl sind als "Neffenkonflikt“ bekannt geworden. Palm stellt beide Positionen klar ins Licht, ergreift aber nicht Partei. Aus der politischen Handlung kristallisiert sich die Tragödie eines einsamen Genies und eines hin- und hergerissenen Kindes heraus.
5D 13H
Doppelbesetzungen möglich
Schauspiel