Woyzeck

Versuch einer Vollendung

Georg Büchner / Franz Theodor Csokor

„Meine vier neuen Szenen nach dem Abbruch des Büchnerschen Torsos, vollkommen frei erdacht, ohne Hinweis oder Kombination aus der Urschrift, hatten den Sinn, dem Woyzeck einen schicksäligen Ausklang zu finden, der den tragischen Einzelfall ans Typische und Kollektive bindet, indem er seine traurige Gültigkeit an dem kommenden - wenngleich schon revolutionär eingestellten - Opfer erweist. Gewiß nicht solcherart, doch im Sinne und Geiste verwandt, mochte das Ende sein, daß Büchner erdacht hätte: das beweist schon die Art, in der er den Kriminalakt des wirklichen Woyzek umgewandelt hat. Uns aus solcher Überzeugung schöpfte auch der Schreiber dieser Zeilen den Mut und die Begeisterung zu seinem in tiefster Ehrfurcht vor Büchners unerreichtem Genie unternommenem Wagnis eines inneren und äußeren Abschlusses des gewaltigsten Torsos, den die Literaturgeschichte der Neuezeit neben Kleists 'Robert Guiskard' aufzuweisen hat.“ (Franz Theodor Csokor)
5D 15H
Schauspiel
UA: 16.02.1928, Exl-Bühne/Raimundtheater, Wien
Bearbeitung: Franz Theodor Csokor

Credits

Nach Georg Büchner