Antigone

Sophokles

Neuübersetzung von Heinz Oliver Karbus – pointiert, leicht und messerscharf
„Ich will mit größtmöglicher Leichtigkeit den tiefen Ernst des Stückes vermitteln. Mein Ziel ist es, mit rhythmischer Präzision eine sprachliche Direktheit zu erreichen, die glasklar den Konflikt sichtbar macht, der das Stück beherrscht. Gleichzeitig ist mir wichtig, der Musikalität des Originals gerecht zu werden und sie in schnörkellosem, heutigem Deutsch zum Klingen zu bringen.“ (Heinz Oliver Karbus)

„Kreon hat Eteokles ein Grab
versprochen, Polyneikes aber nicht!
Er hat Eteokles, sagt man, nach altem
Brauch und traditionsgemäß bestattet,
damit er Ehre bei den Toten findet.
Doch den Leichnam unsres armen Bruders
Polyneikes zu begraben oder
zu betrauern, hat er streng verboten.
Nackt und unbeweint soll er verfaulen
und als Fressen für die Vögel dienen!
Das lässt der ehrenwerte Kreon dir
und mir – hast du gehört, auch mir! – vermelden.
Er kommt gleich selbst, ums denen, die es noch nicht
wissen, einzuschärfen. Es ist ihm bittrer
Ernst. Wer sich an sein Verbot nicht hält,
soll in der Stadt vom Volk gesteinigt werden.“
„Die pointierte Übersetzung des Textes durch Oliver Karbus ... fokussiert sich vor allem auf das aufklärerische Prinzip der Vernunft und auf eine Polemik gegen den Männlichkeitswahn.“
cooltourist, 2020
„Den verbalen Schlagabtausch zwischen Kreon, diesem staubtrockenen Paragrafenreiter und machistischen Rechthaber mit der ebenso kämpferisch verbohrten Nichte im Zentrum der Tragödie, den hat man schon als zähgraue, unverdauliche Rabulistik erlebt. Bei der Übersetzung von Heinz Oliver Karbus lauscht man gern der erhabenen Poesie einer dabei luziden Argumentation.“
Eva-Elisabeth Fischer, Süddeutsche Zeitung, 12. Oktober 2020
3D 5H
plus Chor
Schauspiel
Übersetzung:
Heinz Oliver Karbus