Der Geizkrag'n

Sehr frei nach L'Avare" von Molière"

Susanne Felicitas Wolf / Molière

Eine wienerische Paraphrase des „Geizigen“.
Im Hause des reichen Witwers Harpinger regiert der Geiz: Sparen ist Gesetz, Liebe nur lästiger Luxus. Als er seine Kinder in lukrative Zwangsehen drängen will, begehren diese auf. List, Verkleidung und allerlei Verwicklungen bringen die starren Heiratspläne ins Wanken. Am Ende triumphieren Herz und Humor über Geiz und Berechnung.
ausführliche Beschreibung
Im Hause des reichen Witwers Paul Friedrich Harpinger herrscht ein Motto: Sparen, sparen, sparen. Das billigste Haarband ist zu teuer, jedes vertrocknete Kipferl Verschwendung, je dünner die Suppe, desto besser.

Als der tyrannische Geizkragen seine beiden Kinder Elise und Clemens unter die Haube bringen will, denkt er natürlich primär nicht an deren Liebesglück, sondern die Vermehrung seines angehäuften Vermögens. Die Sprösslinge sind von den gewinnmaximierenden Eheschließungsplänen des Vaters entsetzt. Elise liebt heimlich den mittellosen Komponisten Valentin Trötinger, Clemens die sanfte Nachbarin Marianne Mandl, die aber just vom groschenzählenden Familienoberhaupt für sich als zukünftige Junggattin auserkoren wurde.

Als die väterlichen EhekandidatInnen, die beleibte Fleischhauersgattenwitwe Mathilde von Morgentau, kinderlos und schuldenfrei, und der ungustiöse Anselm Schleiminger, der seinem Namen alle Ehre macht, fordernd ihre Aufwartung machen, sind die halbverwaisten Geschwister in heller Verzweiflung.

Clemens droht unter Mathildes fleischiger Leibeswucht zu ersticken, Elise graust vor den penetranten Ausdünstungen ihres Zukünftigen. Nicht einmal die rotzfreche Leni, in Sparsamkeit geübte Perle des Hauses, Köchin mit spärlichem Budget und leidgeplagte Schwägerin des alten Geizkragens, weiß Rat für die armen Kinder ihrer gramvoll verstorbenen Schwester.

Um die Zwangsverheiratungen zu verhindern, fädelt der gewitzte Musikus Valentin eine List ein, die zunächst zu noch größere Verwicklungen führt. Doch nach turbulenten Höhen$ und Talfahrten der Gefühle wandert das Liebeskonto für alle Beteiligten ins Plus, und selbst der alte Pfennigfuchser muss nach herben Verlusten Kompromisse eingehen, die der Bilanz seines Herzens einen späten Ausgleich bescheren.
4D 4H
Komödie
UA: 17.07.2008, Wiener Lustspielhaus