Mit dem Rücken zur Wand

Herwig Kaiser

Der Schauplatz ist ein heruntergekommenes nobles Kurhotel unter der Leitung einer Direktorin, die verzweifelt versucht, den einstigen Standard und das Ansehen des Hauses aufrechtzuerhalten. Drei ältere Damen verbringen dort ihren Lebensabend, von ihren Familien abgeschoben und aus einer Gesellschaft ausgeschlossen, die keinen Gebrauch mehr für sie hat. Monotonie und das Gefühl der Bedeutungslosigkeit bestimmen die gleichförmigen täglichen Rituale, die zwar rational beim Überleben helfen, aber letztlich ohne wirklichen Sinn sind – bis drei junge Menschen in dieses vermeintliche Paradies einbrechen. Auf der Flucht vor der Polizei, nachdem sie jemanden getötet und anschließend einen Autounfall hatten, suchen sie kurzfristig Zuflucht im Hotel. Die erzwungene Begegnung angestauter Aggressionen führt von allen Seiten zu einer brutalen verbalen Auseinandersetzung. Zwischen den beiden Generationen entwickelt sich trotz augenscheinlich unüberbrückbarer Unterschiede eine Diskussion, die bestimmte Gemeinsamkeiten offenlegt: Die jugendlichen Straftäter, denen die Möglichkeit genommen wurde, sich auf sinnvolle Weise in der Gesellschaft zu behaupten, und die drei alten Damen, die aus einer aktiven Rolle verdrängt wurden und keine gesellschaftlich anerkannte Funktion mehr erfüllen können, finden sich schließlich in einer gemeinsamen Front gegen die dritte Generation – die Generation der "Mächtigen", die für die heutige Situation verantwortlich ist.