Von wegen Mariandl!

Stefan Vögel

„Wenn du so schaust, als ob du was zu sagen hast, dann sag es oder schau nicht so!“
Der Gasthof „Graue Ente“ in der Wachau hat schon bessere Zeiten gesehen. Nur mühsam kommen die resche Gastwirtin Marianne Mühlbacher und ihre Tochter Mariandl über die Runden. Eine Filmcrew, die Drehort und Unterkünfte für die Stars sucht, scheint die Rettung zu sein. Doch das Drehbuch hat erstaunliche Parallelen zu Mariannes Leben …
ausführliche Beschreibung
Das Landgasthaus „Graue Ente“ hat seine besten Zeiten hinter sich. Für die dringend notwendige Renovierung und die von Tochter Mariandl geforderte Modernisierung fehlt der Wirtin Marianne Mühlbacher schlicht und einfach das Geld. Ein Ausweg aus der Misere wäre der reiche Bürgermeister Schüller, der ihr einen Heiratsantrag nach dem anderen macht und bei dem Marianne hochverschuldet ist. Damit wären alle Probleme gelöst, meint auch die Altwirtin Notburga Windischhuber.

Nur will Marianne von den Männern nichts mehr wissen und vom erpresserischen Schüller schon gar nicht. Und auch Mariandl sieht ihn nicht als Ersatz für ihren Vater, den mutigen Jagdflieger, der vor ihrer Geburt tödlich verunglückte. Sie will ihren Toni heiraten, doch das erlaubt die Mutter nicht. Der junge Mann ist mittellos und das Mariandl soll es einmal besser haben.

In diese verfahrene Situation platzt ein Filmteam auf der Suche nach einem Drehort und Unterkünften für die Stars. Regisseur Füllkrug ist begeistert von der „Grauen Ente“, entspricht sie doch haargenau dem Gasthaus im Drehbuch. Die gebotene Summe für die Drehgenehmigung überzeugt schließlich auch die skeptische Marianne.

Mit dem Einzug der Filmcrew kommt Leben ins Gasthaus. Lilly Lewis, die Ausstatterin, macht aus der „Grauen Ente“ kurzerhand eine „Blaue Gans“. Regisseur Füllkrug hat alle Hände damit zu tun, die liebestolle Windischhuberin von ihrem Schwarm Rudolf Prack fernzuhalten. Und Marianne entdeckt im Drehbuch unheimliche Ähnlichkeiten mit ihrem Leben. Als der Autor, Franz Schneider, zur Crew stößt, hat nicht nur er Erklärungsbedarf. Ist Mariandls Vater wirklich der abgestürzte Jagdflieger? Wer hat das Mariandl Lied geschrieben? Und warum läuft Bürgermeister Schüller eigentlich als Baum herum?

„Wenn ein junger Mann von Liebe spricht, wird es gleich ein Gedicht …“ Bei Stefan Vögel wird es eine Komödie. Pointiert und charmant umkreist er den „Mythos Mariandl“. „Von wegen Mariandl!“ gibt Raum für komödiantische Liebeswirren, ebenso wie für berührende Momente, denn manchmal ist „das Herz der schlimmste Kompass, den ein Mensch besitzen
kann“.
4D 4H
Komödie
UA: 18.07.2023, Wachaufestspiele Weißenkirchen