Der freie Fall

Raoul Biltgen

Die Geschichte einer möglichen Radikalisierung und die Geschichte einer beinahe unmöglichen Liebe.
In seinem Stück „Der freie Fall“, beschäftigt sich Raoul Biltgen mit dem hochaktuellen Thema „Radikalisierung der Jugend“.

Die beiden Hauptfiguren, Karin und Karim, kommen aus dem rechtsradikalen bzw. fundamentalistisch-islamischen Milieu. Die potentielle Rechtsradikale und der theoretische Dschihadist lernen sich beim Tanzen kennen.

Klischees und Vorurteile prallen auf-einander und lassen trotz gegenseitiger Anziehung eine wirkliche Annäherung nicht zu.
ausführliche Beschreibung
Karin ist „hier“ geboren und aufgewachsen. Seine Brüder und sein Vater sind Moslems, er selbst hat mit Religion nicht viel am Hut. Er möchte weiter zur Schule gehen und später studieren. Sein Vater, ein ungelernter Hilfsarbeiter, möchte, dass er arbeitet und
damit zum Unterhalt beiträgt.

Karins Mutter war eindeutig zu jung für ein Kind, der Vater, mit Sicherheit auch zu jung für ein Kind, hat sich aus der Verantwortung gestohlen. Karin wuchs mit einer ganzen Reihe von Stiefvätern auf. Die einen versuchten, sie zu erziehen, wenn nötig auch mit Gewalt. Die anderen fühlten sich von ihr gestört, dann kam sie zur Großmutter. Karin und Karim erzählen die Geschichte einer möglichen Radikalisierung und die Geschichte einer beinahe unmöglichen Liebe. Klischees und Vorurteile prallen aufeinander und lassen trotz gegenseitiger Anziehung eine wirkliche Annäherung nicht zu.

Biltgen hat das Stück gemeinsam mit Jugendlichen und Schauspielern erarbeitet. Humorvoll und leicht lädt "Der freie Fall" dazu, ein Antworten auf brennende Fragen zu finden: "Darf mein bester Freund anderer Meinung sein als ich, und trotzdem noch mein Freund sein? Meine Freundin? Darf ich für meine eigene Meinung eintreten? Radikal? Wann bin ich radikal? Wenn ich nein sage oder wenn ich ja sage? Radikalisiere ich mich oder werde ich radikalisiert? Durch wen? Die Gesellschaft, meine Eltern, meine Freunde? Wer ist denn nun radikaler, Islamisten, Rechte oder Linke!? Wir leben in einer Zeit, in der wir Position beziehen müssen. Nur welche?"
„ … ein schwungvolles und brandaktuelles Stück … Fein dosierter Humor sorgt dafür, dass das Stück beim jugendlichen Publikum trotz der schwierigen Thematik gut ankommt und die Heranwachsenden ohne erhobenen Zeigefinger zum Nachdenken anregt.
Bezirksblatt Baden, 2017
2D 1H
Jugend
Nominiert für den „Kaas & Kappes“ Kinder- und Jugenddramatikerpreis 2018

Unter dem Titel „Der freie Fall im luftleeren Raum“ entstand 2022 eine aktualisierte Version des Textes.
UA: 2017, Theater Jugenddstil, Wien