Catherine Aigner zeigt einen erbitterten Kampf um ein Glück, das es nie gegeben hat.
"Ihr Unglück beginnt, wenn sie dorthin zurückkehren und es so vorfinden, wie sie es verloren haben, um allen Glanz der Erinnerung betrogen."
Catherine Aigner packt die Beziehungsgeschichte ihrer Protagonisten in einen absurden Rahmen, der kein Entkommen zulässt. Bei aller wechselseitiger Besessenheit, sich aneinanderzuketten und voneinander zu befreien, wird die armselige Komik zweier Menschen enthüllt, deren Leben aus Ängsten und Träumen, verkümmerten Fähigkeiten und Neurosen zu bestehen scheint. Auf der ambivalenten Stationenreise durch Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft taucht für einen kurzen Moment ein Wegweiser in die gleiche Richtung auf. Doch der Zug entgleist. Die erzwungene Annäherung scheitert. Die dritte Person als Eindringling von draußen wird zum letzten Haltegriff. Doch Hilfe gibt es nicht. Jeder, selbst der Hund, den man nie sieht, bleibt auf seinem Platz. Liegt die Lösung im Sprung in die Tiefe? Oder in Mexico?
ausführliche Beschreibung
Linus hat seine Frau, das gemeinsame Kind und seinen Arbeitsplatz verloren. Nur der Hund ist ihm geblieben. Trotz aller Versuche, sein Leben in den Griff zu bekommen, stößt er immer wieder an die Grenzen einer knallharten Gesellschaft, die ihn seiner Meinung nach an seiner Entfaltung hindert. Eines Abends lädt er seine Exfrau unter einem falschen Vorwand zu sich nach Hause. Sara erkennt sehr schnell, dass Linus jedes Mittel recht ist, um sie und das Kind zurückzugewinnen.

Linus möchte sie überreden, mit ihm wegzugehen aus diesem Land, das sich an Politik und Geschichte klammert und sich vor dem Tod fürchtet. Er sieht ihre gemeinsame Zukunft in einem richtigen Land, einem Land, das die Voraussetzungen für ein gelungenes, glückliches Leben bringt. Mexico! Begleitet von lautem Hundegebell fuchtelt er hysterisch mit zwei Flugtickets zu seinem mittelamerikanischen Traumziel unter dem verschreckten Gesicht seiner Exfrau.

Als Sara ihm eindeutig zu verstehen gibt, dass sie sich von ihm vollständig gelöst hat und auf der Stelle gehen will, schneidet Linus das Telefonkabel durch und verriegelt Türen und Fenster der Wohnung. Das lautstarke Ringen um die Zweisamkeit steigert sich zum verbalen Inferno. Doch plötzlich halten beide inne: eine wildfremde Frau klammert sich draußen an die Scheiben des versperrten Fensters und setzt zum Sprung aus dem fünften Stock an …
„Die neuebuehnevillach zeigt mit Catherine Aigners Stück „Mexico“ Abgründe um menschliche Grenzen und einen heftigen Kampf um die Liebe auf. … Michael Weger inszenierte ein relativ kurzes (60 Minuten) aber heftiges Stück, vollgepackt mit Einblicken in die Abgründe der menschlichen Seele.“
Neue Kärntner Tageszeitung, 28.10.2008
„Das Scheitern einer Beziehung zeigt die neuebühnevillach in einer bedrückenden, skurrilen und dann und wann in einer erleichternd komischen Art. … Der Text von Catherine Aigner legt den Konse-Schauspielschülern Kathrin Hauptmann und Michael Kuglitsch neben harten Aussagen auch im ersten Moment komisch klingende Worte in den Mund, doch diese Worte zeigen nur noch tiefere Abgründe auf…“
Kronen Zeitung, 27.10.2008
„Liebe und Hass, und Hass und Liebe … ein großartiges Beziehungsstück in einer direkten, sehr reduzierten Inszenierung … Kurze, zum Teil nur begonnene Sätze, Liebe und Hass, Mann und Frau, ganz einfach ... Die 31 jährige Autorin Catherine Aigner ist ein vielversprechender Stern am Autorinnenhimmel.“
Drehpunkt Kultur
2D 1H
Schauspiel
UA: 25.10.2008, neuebuehnevillach
DEA: 20.02.2009, Badisches Staatstheater Karlsruhe, Werkstattbühne „Insel“