Auf den zweiten Blick

Stephan Lack

Ein Spiel von Traum und Wirklichkeit, Schuld und Rache.
„Du hast mich um meine Gerechtigkeit betrogen.“
Die ermordete Charlotte liegt auf dem Tisch der Prosektur und wird Zeugin ihrer eigenen Totenbeschau. Robert hat die Leiche des Mädchens in einem Feld gefunden. Dieser Tag wird für immer sein Leben verändern.
ausführliche Beschreibung
Charlotte Meinrad, 18 Jahre, 172 cm groß, 59 kg schwer, befindet sich nach einer Begegnung mit einem netten Kerl, der sie in der Folge vergewaltigt, auf dem Tisch der Prosektur. Robert, ein Fahrradkurier hat das vermisste Mädchen an einem 16. April exakt um 16.04 in einem Feld gefunden. Der Zeitpunkt ihres Todes liegt ca. 69 Stunden zurück. Charlotte erfährt über die Stimme der Pathologin, dass ihr Tod höchstwahrscheinlich durch Ersticken eingetreten ist und wird Zeugin ihrer eigenen Totenbeschau. Für Robert wird dieser Tag für immer sein Leben verändern...

Fünf Jahre danach zählt der Mord an Charlotte immer noch zu den ungeklärten Kriminalfällen, kaum jemand denkt noch an den Tod des Mädchens. Robert jedoch kann das Gesicht der Ermordeten nicht vergessen. Immer wieder taucht Charlotte scheinbar real in Roberts Leben auf. Die Bilder vergiften seinen Alltag, werfen ihn mehr und mehr aus der Bahn und lassen ihn vor seiner Freundin Anna, die er am Abend des Mordes kennengelernt hatte, und seinem besten Freund Paul immer sonderbarer erscheinen. Ein Feuerzeug, das Robert am Tatort gefunden hat, trägt er immer bei sich. Der Besitzer des Feuerzeugs ist Paul.

Charlotte nimmt mehr und mehr Besitz von Robert und zwingt ihn als personifiziertes Gewissen, mittels des unterschlagenen Beweismittels die Wahrheit ans Tageslicht zu bringen. Bei einer finalen Zusammenkunft mit Paul am Tatort schließt sich der Kreis bis hin zum Zeitpunkt des Verbrechens.

Stephan Lack erzählt eine vordergründig kriminelle Geschichte und legt Schicht für Schicht die ihr zugrundeliegende Wahrheit frei. Er vermischt Traum und Wirklichkeit und spielt mit unbewältigter Vergangenheit, verdrängter Schuld und dem Prinzip der Rache. Scheinbar unmerklich verwebt er reale Handlungsebenen mit Phantasie und Unbewusstem und zwingt seinen Protagonisten, sich der Realität zu stellen. Charlotte wird zum Motor des Geschehens, das sich über zufällige Begegnungen wie ein Film zwischen Vergangenheit und Gegenwart abspult.