Die Strudlhofstiege

oder Melzer und die Tiefe der Jahre

Nicolaus Hagg / Heimito von Doderer

"Es reicht den Faden an einer beliebigen Stelle aus dem Gewebe des Lebens zu ziehen und er läuft durchs Ganze. Denn im kleinsten Ausschnitt einer Lebensgeschichte ist deren Ganzes enthalten, sind wir alle enthalten."
Wohin geht eine Welt, wenn sie untergeht? Wohin weicht ihr Urgrund? Oder härtet er vielleicht aus in den Menschen, die den Untergang durchleben? Die Strudlhofstiege ist ein wahrhaftiges, ein großes Stück Weltliteratur. Sie ist ein Stück österreichischer Geschichte und zutiefst österreichischer Geschichten. Sie entführt uns in die Tiefe der Jahre, die mehr ist als nur die Vergangenheit. Diese Tiefe hat immer etwas von einem Abgrund, einem Schlund, der uns, die Leser, abstürzen lässt oder hineinzieht. Dieser Abgrund ist der Erste Weltkrieg, an dessen Kippe wir zu Beginn des Romans stehen und an dessen republikanischen Auswirkungen – den Abgrund quasi überspringend – wir uns im zweiten Teil des Romans befinden. Doderers Strudlhofstiege handelt von jungen Menschen, die um eine Gegenwart ringen. Überlebende, die nicht wissen, dass ihr Überleben – zwangsläufig – in den nächsten Abgrund führt.
5D 8H
variabel
Schauspiel
UA: 05.09.2019, Theater in der Josefstadt, Wien

Credits

Nach dem gleichnamigen Roman von Heimito von Doderer, erschienen im C.H. Beck Verlag, München. Dramatisierung: Nicolaus Hagg