Corona Papers

Ein Stück mit Abstand

Stephan Lack

Der Endzwanziger Nik lebt in seiner eigenen Blase: als selbsterklärter „Incel“ ist er auf dubiosen Internetseiten unterwegs und tauscht die neuesten Verschwörungstheorien mit seinen digitalen Bekanntschaften aus. Ganz anders bei Familienmanagerin Sascha. Statt die Zeit der Einschränkungen in trauter Umgebung mit ihren Liebsten zu verbringen, driftet ihre Familie immer weiter auseinander. Zu allem Übel verschwindet auch noch ihr halbseniler Vater plötzlich spurlos. So begibt sich Sascha trotz Corona auf die Suche und landet dabei auch vor Niks Haustür.

"Corona Papers" untersucht den Zusammenprall zweier Welten, die unterschiedlicher kaum sein könnten. Was macht die Isolation mit uns Menschen? Und wie können wir nach all dem Abstand wieder zueinander finden?
ausführliche Beschreibung
Europa mitten im Containment: Maskenpflicht im Supermarkt, geschlossene Lokale, Verzicht auf soziale Kontakte. All das kümmert Nik kaum, denn schließlich verbringt er seine Tage auch sonst am liebsten allein vorm PC – natürlich in seinem alten Kinderzimmer im Hotel Mama. Der Endzwanziger lebt in seiner eigenen Blase: als selbsterklärter „Incel“
ist er auf dubiosen Internetseiten unterwegs und tauscht die neuesten Verschwörungstheorien mit seinen digitalen Bekanntschaften aus. So lernt er auch Wutwürger23 kennen, der behauptet, im Besitz der sogenannten Corona Papers zu sein – interne Geheimdienstdokumente, die ein Beweis für eine großangelegte Vertuschungsaktion der gesamten Weltelite wären. Nik ist sogleich Feuer und Flamme.

Ganz anders bei Familienmanagerin Sascha. Statt die Zeit der Einschränkungen in trauter Umgebung mit ihren Liebsten zu verbringen, driftet Ihre Familie immer weiter auseinander. Ihr durch Corona plötzlich arbeitsloser Gatte verbarrikadiert sich im heimischen Keller, die Teenagertochter, die noch voll in der Pubertät steckt und der 11jährige Sohn, der sich gerade in diese begibt, brauchen viel Raum und zu allem Übel verschwindet auch noch ihr halbseniler Vater plötzlich spurlos aus dem Haus. So begibt sich Sascha trotz Corona auf die Suche und landet dabei auch vor Niks Haustür.

In einem Anfall von Verfolgungswahn hält Nik Sascha für eine Agentin der Regierung. Seine Mutter glaubt er als Geisel in deren Gefangenschaft, um ihn zur Herausgabe der Corona Papers zu erpressen. So findet sich Sascha alsbald eingesperrt in Niks Lieferwagen wieder. Die beiden unfreiwilligen Gefährten gehen auf eine Tour-de-Force durch ein apokalyptisch anmutendes Land im Shutdown – immer auf der Hut vor der Polizei und dem Virus.
1D 1H
Schauspiel
UA: 13.06.2020. Landesbühne Rheinland-Pfalz/Schlosstheater Neuwied

Übersetzungen