Am Ende fängt alles an

Stephan Lack

Im Theaterstück von Stephan Lack castet die NATO Statisten für eine Kriegssimulation bei realen Bedingungen. In einem fiktiven Dorf, ohne Internet, ohne Fernsehen und ohne Kontakt zur Außenwelt, warten die Darsteller für 88 EUR pro Tag - auf den hypothetischen Krieg. Als Sicherheit tragen sie Tag und Nacht eine Warnweste mit integriertem Sender. Doch plötzlich kommt alles ganz anders und aus der Fiktion wird Realität, die der bunt zusammengewürfelte Menschenhaufen nicht wahrhaben will.
ausführliche Beschreibung
Kleo und Julius sind frisch verheiratet. Doch statt einer Hochzeitsreise überredet Julius Kleo dazu, gemeinsam einem lukrativen Casting-Aufruf zu folgen. Das Staatenbündnis DIE ALLIANZ sucht für ein mehrwöchiges Übungsmanöver Statisten, die in der Kriegssimulation ein fiktives Dorf bevölkern sollen. Diese Civilians on the battlefield müssen sich an strikte Regeln halten: es gibt kein Telefon, kein Fernsehen oder Radio, keine Uhren und keinen Kontakt zur Außenwelt.

Nun sitzen beide irgendwo im nirgendwo, gemeinsam mit anderen Statisten, allen voran der resoluten Herta und dem schwarzmalerischen Dennis, und warten auf das Ende des Übungsmanövers. Die Zeit vergeht, doch niemand kommt. Wurde auf die Statisten verges-
sen? Wie lange sollen sie noch in dem Dorf ausharren? Die Essensrationen drohen auszugehen und letzten Verbliebenen werden von Verzweiflung und Langeweile aufgerieben. Die Grenze zwischen ihren Rollen als Dorfbewohner und ihren echten Persönlichkeiten beginnt zu verschwimmen. Doch da erscheint endlich ein Soldat im Dorf. Er spricht von Krieg und Zerstörung. Ist alles immer noch Teil des Manövers? Oder befindet sich das Dorf tatsächlich im Epizentrum einer kriegerischen Auseinandersetzung?

Die Ausgangssituation von AM ENDE FÄNGT ALLES AN nimmt lose Bezug auf die von der NATO veranstalteten Übungsmanöver, an denen ebenfalls Statisten teilnehmen. Diese Simulationen dienen dazu, dass Soldaten möglichst realitätsnahe Bedingungen vorfinden, und lernen, wie sich die Anwesenheit von Zivilisten in Kriegs- und Krisengebieten auf einen bestimmten Einsatz auswirkt. Dazu wird das jeweilige Szenario immer auf die momentane weltpolitische Lage angepasst.

Das Stück stellt die Frage, was wohl passieren würde, wenn diese Übung aus einer aktuellen Krise heraus abgebrochen werden müsste, dies allerdings nicht bis zu den gecasteten Statisten durchdringt. Isoliert vom Rest der Welt blieben die Statisten ahnungslos. Nach und nach müssen sie erkennen, dass sich die Welt um sie herum geändert hat. Aber wer steht auf welcher Seite? Welche Seiten gibt es überhaupt? Und wie sollen sie sich verhalten?
3D 4H
1 Stimme
Schauspiel
UA: 26.09.2020 Gelände der Lebensbogen Gmbh / Grünbach am Schneeberg,