Der König

Jörg Nadeschdin

Die Königshäuser und der Wahnsinn, zwei Welten, die unmöglich voneinander lassen können.
"Gibt es keine Ungerechtigkeiten in meinem Staat, die Sie mir anvertrauen möchten?"
Der König einer nichtgenannten Monarchie hält Audienz. Da das Volk - das Publikum - schweigt, verliert er sich im Zuge eines historischen Streifzugs durch alle bekannten Königshäuser in seiner eigenen Biographie.
ausführliche Beschreibung
Der König sitzt auf seinem Thron und hält Audienz. Doch das Volk ist verstummt. Der Monarch kann seine Untertanen nicht nach Hause schicken, weil er sich an das strenge Protokoll halten muss, das ihm von seinem Zeremonienmeister täglich aufgezwungen wird. Einsam zwischen Zepter und Krone erfüllt er sein königliches Leben und lamentiert über die Langeweile des höfischen Daseins und die Zwänge der Etikette. Hinter dem geplanten Besuch der königlichen Gruft wittert er Verrat und Verschwörung. Er verliert sich in einem historischen Streifzug quer durch die königlichen Dynastien, deren Vertreter nicht selten vom Wahnsinn heimgesucht wurden und fürchtet den Königsmord, eingefädelt von seinem intriganten Zeremonienminister. Die Liebe zu Gwendolyn, einer Bürgerlichen, ist sein einziger Lichtblick, getrübt von den Zwängen des Hofprotokolls, die es zu überwinden gilt. Nach und nach entledigt sich der Herrscher der Insignien seiner Macht, verzichtet auf Kronjuwelen und Mätressen und verlässt die Bühne als Hausmeister Thorsten König durch die Hintertür die Bühne.
1H
1 Dek.
Monolog
UA: 2005, Theater am Wallgraben, Freiburg