Tisch für drei Damen

Peter Limburg

Eine Geschichte über Freundschaft und Märchen, die man sich und anderen erzählt, um das Leben besser zu bewältigen.
Aggy, Bertha, Luise und Nessy, sind ein buntes Quartett, dass das Schicksal zu einer WG zusammengewürfelt hat. Sie haben alle ihre Macken. Von den verstorbenen, verflossenen uns sich verflüchtigenden Ehemännern bis zu aktuellen Verehrern geht es drunter und drüber. Eine gemeinsame Reise nach Venedig soll die schönste Zeit für die Damen werden. Doch dann wird der Mietvertrag gekündigt, und jede geht ihrer Wege. Ob sie wieder zusammenfinden? Sitzen nun drei oder vier Damen am Tisch? Des Rätsels Lösung liegt im Stück.

Peter Limburg erzählt das Stück in Rückblenden. Die Sorgen der „verblühenden Mädchen“ gelten neben verstorbenen, verflossenen und sich verflüchtigenden Ehemännern, wechselnden aktuellen Bekanntschaften - natürlich dem Körper und seinen Zerfallserscheinungen. Doch irgendwann setzen sie sich darüber hinweg und finden zu sich selbst. Und da fängt das Leben erst richtig an!
ausführliche Beschreibung
Drei Damen? Nein - es sind vier! Warum sitzen dann nur drei am Tisch? Des Rätsels Lösung liegt im Stück. Aggy, Bertha, Luise und Nessy heißen die vier Damen und sie haben viel zu erzählen. Nessy ist mit Anfang 40 die Jüngste im Quartett, die anderen drei sind in den sogenannten besten Jahren. Aggy ist Ende 50, also fast 60, und bis 70 ist es auch nicht mehr weit. Bertha ist im gleichen Alter, und Luise ein paar Jahre jünger. Das Leben hat sie nach diversen Verlusten und Enttäuschungen zu einer bunten Wohngemeinschaft zusammengeführt.

Sie haben alle ihre Eigenheiten, um nicht zu sagen Macken. Aggy kämpft mit Haarausfall und der Tatsache, dass ihr Chef eine Jüngere zur Chefsekretärin macht. Ihre Leidenschaft gilt dem Wattenmeer und den Konferenzen, an denen sie teilnimmt. Bertha, die sparsame Finanzbeamtin, die mit ihrer geringen Oberweite hadert, wurde von ihrem Mann wegen einer jungen Tschechin mit nicht geringer Oberweite verlassen. Die gemeinsame Tochter ist nur an ihrem Konto interessiert. Man sieht sie nie, genauso wie Luises Sohn, der angeblich in Schweden lebt. Luise ist Hebamme und Witwe. Sie muss alles kühlstellen, damit es frisch bleibt. Sie ist gutmütig und naiv und schreibt, inspiriert von herzschmerzenden Fernsehsoaps, an ihren eigenen Romanen. Immer wieder verlässt sie die WG, um kurz danach zurückzukehren. Sie hat ein Date mit Richard Gere, aber eigentlich ist es nur dessen Double und nicht einmal das. Nessy kann sich vor lauter Dates kaum retten. Doch mehr als Männer verfolgt sie ihr künstlerisches Ziel: eine Ausstellung in der berühmten Galerie
Grottenbeck. Dass ihr Wunsch in Erfüllung geht, ist der skrupellosen Hartnäckigkeit von Aggy und Bertha zu verdanken. Die kennen einander schon von früher, durch ihre Männer, und sie haben mehr gemeinsam als ihnen lieb ist: ihre Männer: Aggy hatte nicht nur was mit Berthas abtrünnigen Ex-Gatten, sondern auch mit deren aktuellem Begleiter, der sich bei Aggy als Ferdi und bei Bertha als Karli ausgibt. Doch da die arme Bertha im Zuge einer fortschreitenden Demenz immer vergesslicher wird, „vergisst“ sie auch diese Demütigung und nimmt es Aggy nicht übel. Was soll‘s? Die Männer gehen, die Freundschaft bleibt.

Eine gemeinsame Reise nach Venedig soll die schönste Zeit für die flotte WG werden. Doch dann wird der Mietvertrag gekündigt, und jede geht ihrer Wege. Und die sind mitunter verschlungen und führen genau dorthin zurück, wo alles angefangen hat. In die mittlerweile wieder leere Wohnung, in der sich alle vier Damen einfinden. Sogar Bertha, die angeblich längst begraben ist. Irrtum: Bertha ist putzmunter. Nachdem sich ihre Alzheimer-Diagnose als Verwechslung herausgestellt hat und sie sich auf ein langes Leben freut, hat sie vorgesorgt und die Wohnung gekauft. Für wen? Natürlich für sich und ihre Freundinnen Aggy, Nessy und Luise!