Eine moderne Geschichte über Ausgrenzung und Toleranz, über Anderssein und die Überwindung von festgeleimten Meinungen.
"Kinder sind doch nicht aus Holz."
Wie schnitzt man aus einem Stück Holz ein Kind? Auf den Spuren von Carlo Collodis Pinocchio erzählt Stephan Lack eine moderne Eltern-Kind-Beziehung. Meister Gepetto und Pi müssen viele Hindernisse überwinden, um zueinanderzufinden. Da begegnen sie einer hinterlistigen Katze, einem profitgierigen Zirkusdirektor, einer guten Fee, die gar nicht gut ist, einem Richter, der ein Orang Utan ist und landen schließlich im Bauch eines Hais. Aber es gibt auch gute Lebewesen, die immer weiterhelfen: ein Rabe, ein alter Polizeihund und ein Thunfisch. Nicht aufgeben heißt die Devise auf dem Weg zur Freiheit.
ausführliche Beschreibung
Wie wird aus einem Baum ein Kind? Ganz einfach. Der Förster des Gutsherrn gab dem Holzfäller die Anweisung, den Baum zu fällen. Der Holzfäller fällte den Baum und brachte ihn ins Sägewerk, wo man den Auftrag hatte, den Stamm in mehrere Teile zu sägen. Die bekam der Tischler, um dar- aus einen großen Esstisch zu zimmern. Und für diesen Esstisch verarbeitete er das ganze Holz des Baumes. Bis auf einen kleinen Holzscheit. Den brachte er zu seinem Freund Meister Gepetto. Der betagte Holzschnitzer wünschte sich nichts sehnlicher auf der Welt als ein Kind. Aber ist der nicht schon zu alt für ein Kind? Und braucht ein Kind nicht Vater und Mutter?
Da hat das Holzscheit auch noch ein Wörtchen mitzureden. Dem ist ganz egal, wie alt Meister Gepetto ist. Es will einen Mund, eine Nase, Augen, Ohren, Arme, Beine, Finger und Zehen und - einen Namen. Wie nennt man ein Kind, das aus Holz geschnitzt ist? Pi. Hat das nicht mit Mathematik zu tun? Die Kreiszahl π? Das Verhältnis des Umfangs eines Kreises zu seinem Durchmesser? Das passte wie angeleimt, weil Pi so viele kreisförmige Holzringe in seiner Maserung hatte.
Meister Gepetto tat alles für Pi. Baute ihm ein Kinderzimmer, schnitzte ihm die schönsten Spielsachen. Er arbeitete Tag und Nacht, damit es Pi an nichts fehlte. Doch so ein Kind ist kein Kinderspiel. Ständig löcherte es ihn mit Fragen, warum dies, warum das? Und es musste in die Schule. Und die Schulbücher waren teuer. Pi bekam die Sorgen seines Vaters nicht mit. Er hatte selber genug davon. Seine Mitschüler schimpften ihn Holzkopf und die Lehrerin hatte für seine eigenwilligen Antworten kein Verständnis. Pi wollte nicht mehr in die Schule und riss aus.
Auf der Suche nach seinem verlorenen Kind begegnet Gepetto der Katze, die Pi betrogen hatte und Gepetto auf die falsche Fährte führt, dem Fuchs, der mit ihr unter einer Decke steckt, dem hilfsbereiten Raben und dem Kasperl im Marionettentheater. Gepetto wird von der guten Fee, die gar nicht gut ist, getäuscht. Nachdem er von der Polizei und einem Richter, der ein Orang Utan ist, verhört wurde, landet er im Gefängnis. Doch mit Hilfe des Polizeihundes gelingt ihm die Flucht. Gemeinsam nehmen sie die Fährte auf und entdecken Pi als dressierten, gepeinigten Esel im Zirkus.
Die Rettung gelingt nicht gleich. Nach einer wilden Verfolgungsjagd finden sich Gepetto und Pi im Bauch eines Hais wieder. Eines haben sie gelernt: niemals aufzugeben. Auch aus dem Bauch eines Haifischs findet sich ein Weg in die Freiheit. Und zum happy-end.