Zaubermeister Opequeh

Vera Ferra-Mikura

Was, wenn es plötzlich kein Heute mehr gibt, wenn wir im Schlaf aus der Zeit fallen und in einem Niemandsland zwischen Gestern und Morgen erwachen?
1956 erschien „Zaubermeister Opequeh“ und markiert einen Wendepunkt im schriftstellerischen Schaffen Ferra-Mikuras und in der deutschsprachigen Kinderliteratur. Mit diesem Buch hatte Ferra-Mikura eine neue Erzählweise gefunden, die Phantastisches und Realität poetisch, humorvoll und hintergründig miteinder verband. 1964 wurde der Stoff erstmals fürs Theater adaptiert. Bis heute gilt Ferra-Mikura, gemeinsam mit Mira Lobe und Erica Lillegg als Pionierin des phantastischen Realismus. Eine Wiederentdeckung!
ausführliche Beschreibung
Die Geschichte beginnt damit, dass der Wecker nicht läuten und die Sonne hinter dem großen Berg nicht aufgehen will. Die Geschweister Toni und Käthi müssen feststellen, dass selbst die Zeiger der Uhr sich eingerollt haben, um zu schlafen. Das Blatt des Abreißkalenders für heute ist weiß – wie auch alle Blätter danach.
Während die Erwachsenen in ihren Betten bleiben und darauf warten, dass irgendwann wieder ein Tag kommen werde, begeben sich die beiden Kinder, gemeinsam mit dem Pferd Augustin, auf die Suche nach dem Tag. Sie brechen auf zur Stadt hinter dem Berg, wo immer Tag ist und die Menschen wegen der sengenden Hitze mit nassen Badeschwämmen auf dem Kopf herumlaufen.
Die Menschen dort schimpfen auf den Zaubermeister Opequeh, der schuld an all dem sei. Doch nur hinter vorgehaltener Hand, denn sie fürchten ihn und seine Macht – es heißt, wenn er wütend ist, schießen Blitze aus seinen Augen.
Die Kinder steigen hinab in das unterirdische Reich des geheimnisvollen Zaubermeisters, wo er seine Experimente zum „Fortschritt der Menschheit“ macht: „Ich werde alle Eisberge, die im Meer schwimmen, und alle Gletscher der Gebirge zum Schmelzen bringen! Alle Eisberge und Gletscher werden dann butterweich sein und zu fließen anfangen, dass es nur so gurgelt und plätschert ...“ Heimlich plant er schon an einem Weltraumprojekt. Können ihn die Kinder aufhalten?
„eine Erzählweise von schwebender Leichtigkeit, eine Sprache, ebenso schlicht wie erfindungsreich, ebenso kindgerecht wie doppelbödig poetisch“
Alexandra Mantler, Ö1, 17. Februar 2023
Alter: 6+
Verfilmung
Dramatisierung
Verlag Jungbrunnen