Die Oma gibt dem Meer die Hand

Vera Ferra-Mikura

„Die anderen sollen zufrieden sein. Dann ist sie es auch. Sich selber nimmt die Oma nicht wichtig. Sie hat gar keine Zeit dazu.“
Oma möchte es allen recht machen. Sie ist immer hilfsbereit. Wenn die Nachbarn in Urlaub fahren, kümmert sie sich um die Wohnung und die Haustiere. In ihrer Küche hängen viele Ansichtskarten, sie selbst ist noch nie alleine in den Urlaub gefahren. Sie kocht, was ihre Enkel mögen, macht die Hausarbeit für die Familie ihrer Tochter. Sie drängt sich nicht auf, möchte niemanden vor den Kopf stoßen, nicht auffallen. Ihre eigenen Bedürfnisse stellt sie stets zurück.

Eines Tages verkündet ihre Tochter, dass sie diesen Sommer nicht in den alljährlichen Familienurlaub mitfahren kann. Es geht nach Griechenland und das ist ja für die Oma sicherlich viel zu anstrengend. Doch das lässt sich die Oma nicht mehr gefallen: Sie nimmt ihr Leben nun selbst in die Hand.

Das 1982 veröffentlichte Kinderbuch bildet eine Sonderstellung im Schaffen der großen österreichischen Kinderbuchautorin, Begründerin der fantastischen Kinderliteratur im deutschsprachigen Raum. Die melancholisch-humorvolle Erzählung ist ein Plädoyer für selbstbestimmtes Leben und thematisiert die meist unsichtbar gemachte Care-Arbeit, die bis heute vor allem von Frauen geleistet wird. Für dieses Buch wurde Ferra-Mikura vielfach ausgezeichnet.
Ausgezeichnet mit dem Kinderbuchpreis der Stadt Wien und dem Österreichischen Staatspreis
Alter: 10+
Verfilmung
Dramatisierung
Verlag Jungbrunnen