Ein Mädchen, das über die Vergangenheit seiner Mutter zu sich selbst findet.
Der fünfzehnjährigen Mila passiert genau das, sie erwacht ausgerechnet im Tagebuch ihrer Mutter. Mit einem Mal befindet sie sich mitten auf den Buchseiten, auf Insektengröße geschrumpft, zwischen den einzelnen Wörtern. In dieser Welt der Schrift lauern einige Gefahren: Die Buchstaben scheinen ein Eigenleben zu führen. Mila weiß überhaupt nicht, wie sie hier gelandet ist, noch wie sie wieder herauskommt. Auch nicht, wer das sonderbare Mädchen namens Elena ist, dem sie dort zwischen den Buchdeckeln begegnet. Ist es wirklich ihre Schwester, wie Elena behauptet? Aber Mila ist doch ein Einzelkind. Welche Familiengeheimnisse verstecken sich in dem Tagebuch? Wie viel weiß Mila wirklich über die Vergangenheit ihrer Mutter? Und wird es Mila mit Elenas Hilfe gelingen, einen Ausgang aus dem Buchstabenlabyrinth zu finden?
ausführliche Beschreibung
Die fünfzehnjährige Mila erwacht in einem Buch. Nicht in irgendeinem Buch, sie befindet sich im Tagebuch ihrer Mutter. Klein wie ein Insekt, irrt sie durch die Seiten und ehe sie sich‘s versieht, steckt sie im Inhalt des Buches fest. Zwischen den Zeilen tun sich ungeahnte Welten auf. Die Worte scheinen ein Eigenleben zu führen. Sobald Mila eines berührt, zerfällt es in einzelne Buchstaben. Mila weiß nicht, wie sie hierher gekommen ist und auch nicht, wie sie wieder hinausfinden soll. Sie kommt an den Buchstabenmauern nicht mehr vorbei. Da bemerkt sie, dass sie nicht allein ist.
Wer ist das sonderbare Mädchen, dem sie zwischen den Buchdeckeln begegnet ist? Elena heißt sie und behauptet, Milas Schwester zu sein. Dauernd spricht sie von ihrer Mama. Ist das möglich? Mila ist doch ein Einzelkind. Ist sie da einem Geheimnis auf die Spur gekommen? Was weiß Mila wirklich über ihre Mutter Marion Fischer? Bis jetzt hat sie nicht einmal gewusst, dass sie ein Tagebuch geführt hat. Zumal Mama immer Schwierigkeiten mit dem Schreiben und Lesen hatte. Mila begegnet der Mutter, die sie doch zu kennen glaubte, in vielen Geschichten, und jede Marion hat ein anderes Alter: Das Schulmädchen, das eine gute Schwimmerin war, am Sprung zur Sportlerkarriere, leidenschaftlich gesungen hat und von seinen Mitschülerinnen gedemütigt wurde. Marions Begegnung mit Janik, der anders war als die anderen und von dem sie nie erzählt hat. Warum? Janik hatte sie Helena genannt, wie die schöne Helena aus der griechischen Sagenwelt. Als Zeichen seiner Liebe hat er ihr eine Kette mit einem H-Anhänger geschenkt. Mila sieht ihre Mutter beim Küssen, sie wird Zeugin der wachsenden Leidenschaft und ist schockiert. Ihre Mama war doch damals so alt wie sie jetzt, also viel zu jung für solche Sachen. Mila will sie aufhalten, so unvorsichtig zu sein, aber das geht nicht. Die Geschichte ist längst passiert. Und Elena ist das Ergebnis. Ohne H. Was ist mit dem H passiert? Gibt es Elena vielleicht gar nicht? Ist sie je auf die Welt gekommen? Da hört sie die Stimme ihrer Mutter. Wo ist Mila wirklich? Was ist mit ihr passiert? Wird sie aus diesem Buchstabenlabyrinth je wieder herausfinden?
Stephan Lack spielt mit den Worten, besonders mit den ungesagten, den verschwiegenen. Er schickt seine junge Heldin auf eine Reise durch die verborgene Vergangenheit ihrer Mutter. Das Mädchen wird mit einer Frau konfrontiert, von der es Vieles nicht wusste. In zahlreichen Sequenzen begegnet Mila sich selbst: als Baby, als Kind, als heranwachsender Teenager, immer aus der Sicht ihrer Mutter. Die Figuren aus deren Leben ergreifen von ihr selbst Besitz. Sie versucht einzugreifen, das offensichtlich Geschehene zu verändern, auf andere Bahnen zu lenken. Doch das geht nicht. Die Geschichte ist nicht umzuschreiben. Die fiktive Begegnung mit der Schwester, die als Schatten ins Tagebuch verbannt ist, führt sie schließlich zu sich selbst.