Pixel

Stephan Lack

Ein Kind ist spurlos verschwunden. Eine Entführung, die über die Medien in die Wohnzimmer gelangt? Stephan Lack verzichtet auf die literarische Umsetzung realer Schicksale und klammert die Geschichten von Tätern und Opfern aus. Er richtet die Kamera auf das alltägliche Rundumgeschehen, das sich durch dieses Ereignis schleichend verändert und beleuchtet den Zerfall von Vertrauen. Im Rückwärtsgang steuert das Geschehen innerhalb des sechsköpfigen Figurenreigens direkt auf den Zeitpunkt des Verschwindens zu. Das Objektiv wird schärfer gestellt, doch ein einziges Pixel lässt das Gesamtbild verschwimmen. Die Tat, die als ungreifbarer Schrecken unter der Oberfläche spürbar ist, bleibt im Dunkel.
ausführliche Beschreibung
Edith, Anna, Ellen, Jacob, Ingrid und Erik: Sechs Personen, deren Leben sich durch ein mysteriöses Ereignis vernetzt. Ingrids und Eriks Tochter verschwindet spurlos beim Spielen im Park. Die Eltern gehen aber nicht an die Öffentlichkeit, in der Hoffnung, ihr Kind durch eine Lösegeldzahlung wiederzubekommen. Trotzdem hängt Ingrid gegen Eriks Willen im Park Vermisstenanzeigen auf. Dort begegnet sie Edith, einer älteren Frau, die anscheinend Enten füttert und von ihren verschwundenen Katzen erzählt. Edith wiederum erscheint ebenso wie Anna in Jacobs Atelier zu einem Photo-Shooting. Jacob ist Eriks Bruder. Er hatte mit Ingrid eine Beziehung, die sie just damals im Park beendet haben, als Ingrids Tochter verschwand. War die Enten fütternde Edith etwa Zeugin des Ereignisses? Ist Jacob der Vater des Mädchens?

Und was verbirgt sich hinter Annas polnischem Akzent? Anna ist Putzfrau im Haus von Ingrid und Erik. Sie ist Zeugin der gespannten Situation und wird von Ingrids wachsendem Misstrauen verfolgt. Eigentlich ist Anna Schauspielerin und hält sich mit Jobs über Wasser. Bei einer Audition für ein Kindermusical trifft sie auf Ellen und spricht plötzlich akzentfrei. Ellen ist in einer ähnlichen künstlerischen Sackgasse wie Anna. Sie arbeitet als Tanzlehrerin. Auch Ingrids und Eriks Tochter ist in ihrem Kurs und sollte bei einer Aufführung mitwirken. Ingrid fleht Ellen, die über die wahren Umstände nichts weiß an, ihr Kind, das nur vorübergehend krank sei, nicht fallen zu lassen. Ingrid geht nicht mehr arbeiten, zieht sich zurück und lässt auch Erik nicht mehr an sich heran. Als Ellen in seiner Praxis als Patientin erscheint, kündigt er an, Ingrid zu verlassen.
3D 3H
Sim-Dek
Schauspiel
UA: 01.06.2017, Off Theater, Salzburg

Übersetzungen