Verschüttet

Ein bürgerliches Trauerspiel oder das Spiel mit der Trauer

Stephan Lack

Eine Familie, die im Zerfall begriffen ist
Ein Familientreffen im Haus der Großeltern. Martin und Susanne besuchen mit ihrer Tochter Dora nach zweijähriger Abwesenheit Martins Eltern Philipp und Paula. Der Ort ist mit schmerzlichen Erinnerungen an den Unfalltod ihres Sohnes verbunden. Lorenz, Doras Bruder, ist vor zwei Jahren alkoholisiert in den Hochwasser führenden Fluss gerast und hat seine Freundin mit in den Tod gerissen. Die Ereignisse, die in der Vergangenheit verschüttet waren, tauchen wieder in der Gegenwart auf.
ausführliche Beschreibung
Stephan Lack zeigt eine Familie, die im Zerfall begriffen ist. Martin und Susanne stehen vor dem Ende ihrer Ehe, Paula und Philipp vor dem Ende ihres Lebens. Martin informiert seinen Vater über die bevorstehende Scheidung von Susanne, die Tochter Dora vertraut ihrer an Alzheimer leidenden Großmutter Paula an, dass sie ein Kind erwartet. Philipp zeigt seiner Schwiegertochter einen Schuppen, in dem er Erinnerungsstücke an den verunglückten Enkel Lorenz aufbewahrt. Erstmals stellen sich alle auf ihre Weise der Vergangenheit. Die einen bewahren, die anderen verdrängen. Am Abend fahren Martin, Susanne und Dora wieder nach Hause, Philipp und Paula bleiben zurück.

„In Verschüttet verarbeite ich nicht allein eine persönliche, schmerzvolle Erfahrung. Das Stück beschäftigt sich vielmehr mit dem Wert von Erinnerungen. Natürlich, es handelt von Alzheimer, um die Bewältigung von Trauer, aber vor allem ist es eine Familiengeschichte.“ (Stephan Lack)

Philemon und Baucis verwandeln sich gemeinsam in einen Baum. Die Wirklichkeit aber ist weniger tröstlich. Das Lebensende - oder das Liebesende, wenn man möchte – ist oftmals ein langsamer Verfall und Zerfall, so wie bei der Baucis Paula. Und Philemon Philipp bleibt zurück, mit der Gewissheit, dass verlorene Erinnerungen nicht zu retten sind.
3D 2H
Schauspiel
UA: 12.03.2011, Deutsch-Sorbisches Volkstheater, Bautzen